Zirkumzision, ein anderes Wort für Beschneidung – Tabuthema oder gar
kein Thema? Der Kenntnisstand in der Bevölkerung dazu ist
vergleichsweise gering. Kein Wunder: Denn in Deutschland wird eine
Beschneidung eigentlich nur dann durchgeführt, wenn eine
Vorhautverengung festgestellt wird. Gerade mal 15 % der Männer leben hier uns ohne Vorhaut.
In anderen Ländern ist das anders. Hier einige Länder zum Vergleich:
Nahezu 100 Prozent der Männer sind in Ländern wie beispielsweise
Marokko oder Israel beschnitten. Aus religiösen oder kulturellen
Gründen. In den USA werden Säuglinge fast routinemäßig beschnitten.
Aus Hygienischen Gründen. Hier sind etwa 80 % der männlichen
Bevölkerung beschnitten. In Kanada und Australien sind es – ebenfalls
aus hygienischen Gründen – immerhin noch 40 %.
Hygienische Gründe – was
sich anhört, als könnten sich Männer nicht ausreichend waschen, beruht
auf einfachen Tatsachen: Unter der Vorhaut ist es warm und feucht: ein
idealer Platz für Pilze und andere Krankheitserreger. Hier wird auch
das "Smegma" gebildet – ein Sekret, das nicht so besonders gut riecht
und sich ständig nachbildet. Waschen hilft hier nur kurze Zeit. Bei
einem beschnittenen Penis hingegen liegt die Eichel frei. Das heißt:
Sie ist trocken und damit sauber. Kurzform: Keine Pilze, kein Smegma,
keine übelen Gerüche – und eventuell sogar: geringere Ansteckungsgefahr
bei HIV!
Umfangreiche Untersuchungen kamen zum Ergebnis, dass (als Kinder)
beschnittene Männer einer geringeren Ansteckungsgefahr ausgesetzt sind,
da die dünnere, durchlässigere Schleimhaut nicht mehr gibt. (Vgl.
Spiegel 3/2001, S. 156). Viele Männer – und Frauen – finden außerdem,
dass ein beschnittener Penis einfach schöner aussieht. Wer den
Vergleich kennt, wird dem wahrscheinlich zustimmen. Daher entscheiden
sich mehr und mehr Männer im erwachsenen Alter für den kleinen Schnitt
im Schritt.
Genau dann fängt die Unsicherheit an: Welche Ärzte führen
Beschneidungen durch? Was kostet das oder tragen die Kassen die Kosten?
Tut es weh? Und, vor allem: Wann "kann" ich dann wieder??? Genau mit
dieser Problematik hat sich Maurice Holzapfel, Gründer der
Informationsgruppe "Infocirc" intensivst auseinandergesetzt. Seit
inzwischen 6 Jahren hat seine Organisation inzwischen etwa 2000 Männern
zur Beschneidung verholfen.
Das Wissen der Gruppe ist als
Informationsflyer und Broschüren erhältlich: Infoblätter zum Thema
Beschneidung gibt es gegen 3x 0,55 € Rückporto. Den ausführlicheren,
50 seitigen Beschneidungsratgeber gibt es gegen eine Schutzgebühr von
7,50 € als Verrechnungsscheck incl. Porto und Verpackung bei:
Info Circ
Kennwort WL Postfach 10 04 05 46524 Dinslaken
Ein paar Antworten zu den meist gestellten Fragen wollen aber auch wir
Euch nicht vorenthalten: Beschneidungen werden von Urologen
durchgeführt. Wer nicht unter einer Vorhautverengung leidet, sondern
sich aus kosmetischen Gründen für eine Beschneidung entscheidet, muss
die Kosten selber tragen. Das sind etwa 200 bis 600 Euro.
Die
Bescheidung selber dauert etwa 1/2 Stunde, je nach Übungsgrad des
Arztes. Es ist immer besser, einen Arzt auszuwählen, der Erfahrung auf
diesem Gebiet hat! Die Operation wird unter lokaler Betäubung oder
Vollnarkose durchgeführt – je nach Wunsch des Patienten oder Meinung
des Arztes.
Methoden
Die gängigste Methode ist die "Freihandmethode". Hierbei wird die
Vorhaut angehoben, mit einem Skalpell entfernt und die "Blätter", wie
die Schafthäute genannt werden, anschließend wieder zusammen genäht.
Meistens mit Fäden, die nach etwa 2 Wochen von selber abfallen, also
nicht gezogen werden müssen.
Eine andere Methode ist die
Plastibellmethode. Hierbei wird ein Plastikring über die Eichel
gezogen, was einen schöneren Schnitt und ein kosmetisch eventuell
besseres Ergebnis zur Folge hat. Da der Plastikring während der
Heilzeit auf der Eichel verbleibt und jeder Mann mehrfache nächtliche
Erektionen hat, ist dies die weitaus schmerzhaftere Methode. Das ist
auch der Grund, warum dieses Verfahren vor allem in der Kinder-Urologie
angewendet wird. Wo nachts nichts steht, tut es natürlich auch nicht
weh...
Heilzeit In der Heilzeit von etwa 2 bis 6 Wochen sollte kein
Geschlechtsverkehr ausgeübt werden. Da es sich um eine Wunde halndelt,
die bei Berührungen auch Schmerzen verursachen kann, haben die
wenigsten Männer in dieser Zeit das ausgesprochene Bedürfnis nach
Sex... Es gibt viele Tipps zum Thema Heilzeit, Nach-Behandlung, Salben
usw., die von Infocirc im Beschneidungsratgeber zusammengestellt worden
sind.
Vorzeitiger Samenerguss Wenn die Eichel plötzlich frei liegt ist
dies ein ungewohntes Gefühl für den Mann: Die sehr empfindliche Eichel
muss sich an ihren neuen Zustand erst gewöhnen. Nach und nach wird die
Haut an der Eichel dicker. Das hat zur Folge, dass viele Männer nach
einer Beschneidung "länger können".
Ein praktisches Anwendingsgebiet
für dieses Phänomen: Der vorzeitige Samenerguss. Hier konnten bereits
Erfolge erzielt werden!