11.02.2006
Deutsche Forscher entwickeln heilende Kleidung
T-Shirts mit Multivitaminen, Schlafanzüge gegen
Asthma, Nachthemden mit Schlafmitteln - Forscher arbeiten derzeit mit Hochdruck an heilender Kleidung.
Basis der textilen Innovationen sind Moleküle, so genannte
Cyclodextrine, wie die Zeitschrift VITAL in ihrer neuen Ausgabe
berichtet. "Sie dienen als Verpackungsmaterial für Arzneistoffe und
geben diese erst durch Hautkontakt und Körperwärme frei", sagt Dr.
Stefan Mecheels, Direktor des Kompetenzzentrums Medizintextilien in
Hohenstein, wo die "intelligente Kleidung" entwickelt wird.
Das Cyclodextrin-Arzneigemisch wird durch Imprägnieren oder
Einlagern auf oder in die Textilfaser gebracht. "Faktisch kann jedes
Textilmaterial von Leinen bis Wolle so ausgestattet werden", sagt
Mecheels. Man hoffe, dass die Depots die Medikamente künftig genau
dosiert und gezielt abgeben könnten. "Dann eröffnet die intelligente
Kleidung völlig neue Möglichkeiten in der Therapie von Krankheiten",
prognostiziert der Experte.
Vom Schmerzmittel über Vitamine und Kortisone bis zu Insulin und
Östrogenen kann jeder Wirkstoff in die Textilien gebracht werden.
So entwickeln die Hohensteiner Forscher derzeit unter anderem ein
Creme-Shirt für Patienten mit Schuppenflechte, ein T-Shirt gegen
Kopfschmerzen, die Socke gegen Fußpilz und Strumpfhosen mit
Vitamindepot. "Leergetragene" Hemden oder Hosen sollen durch
Spezialwaschmittel und Sprays "aufgeladen" werden können. In fünf
Jahren sollen die intelligente Kleidung auf den Markt kommen.
Schon bald wird es bereits eine silberbeschichtete
Unterwäsche für Patienten mit Neurodermitis geben. Ebenfalls in der
Entwicklung: ein computervernetztes Diagnose-Shirt.