16.10.2005
Bahnhof Rolandseck - Museum und Ausflugsziel am Rhein
Der Bahnhof Rolandseck wurde 1856 als Endhaltepunkt der Strecke Köln -
Bonn errichtet. Seine einzigartige geographische Lage vor der
Silhouette des Siebengebirges und den beiden Rheininseln Nonnen- und
Grafenwerth und die elegant ausgestatteten Gesellschaftsräume,
umlaufenden Aussichtsterrassen und ein großer Park machten den Bahnhof
zu einem viel besuchten Ausflugsziel der Kölner und Bonner. Vor allem
aber war der Bahnhof stets ein Treffpunkt der geistigen und
politisch-gesellschaftlichen Prominenz.
1965 bewahrte Johannes Wasmuth mit Künstlerfreunden wie Stefan
Askenase, Marcel Marceau und Yehudi Menuhin den Bahnhof vor dem Abriss
und gründete die Gesellschaft "arts & music". Seine Veranstaltungen
und Feste waren legendär und zogen die berühmtesten Künstler nach
Rolandseck. Als der privat geführte Bahnhof Anfang der 70er Jahre vor
dem finanziellen Ende stand, erwarb das Land von der Bundesbahn den
Bahnhof und gründete die Stiftung Bahnhof Rolandseck.
Der Bahnhof war seit seiner Gründung stets ein multifunktionales
Kulturzentrum. Musik, Bildende Kunst, Theater und Literatur hatten und
haben hier ihren Platz und Künstlernamen wie Graubner, Uecker,
Kokoschka, Marta Argerich, Svjatoslav Richter, Grass, Walser - um nur
wenige Beispiele zu nennen - belegen eindrucksvoll die Qualität und den
Anspruch der Arbeit.
Eine besondere Bedeutung verleiht dem Bahnhof der Nachlaß des
Künstlerpaares Hans Arp und Sophie Taeuber-Arp, der im renovierten
Bahnhofsgebäude und das im Bau befindliche Arp Museum nach den Plänen
von Richard Meier einen angemessenen Platz finden wird.
Das Museum soll bis zum Jahr 2006 vollendet sein, wenn der Bahnhof sein
150-jähriges Jubiläum feiert. Am 23. Oktober 2004 wurde der Bahnhof
Rolandseck nach fast vierjähriger Restaurierung wieder eröffnet und der
Grundstein für das Arp Museum gelegt.