An der Stelle des Geburtshauses von Philipp Melanchthon wurde das Melanchthonhaus in den Jahren 1897 - 1903 erbaut und seither Museum, Bibliothek und Forschungsstelle.
Es besitzt eine Gedächtnishalle mit Fresken und weiteren Räumen mit ca.
9000 Büchern, 450 Originalhandschriften, Statuen, Wappen, Gemälden,
Gedenkmünzen und Graphiken.
Philipp Melanchthon wurde am 16.2. 1497 als Sohn des Rüstmeisteres und
Waffenschmieds Georg Schwarzerdt und der Barbara, geb. Reuter, in
Bretten geboren.
Philipp Schwarzerdt (Melanchthon = griechisch: schwarze Erde) war
Reformator, Humanist und engster Mitarbeiter Martin Luthers. Er
studierte - noch nicht 13 Jahre alt - in Heidelberg und später in
Tübingen. 1518 wurde er nach Wittenberg auf den Griechisch-Lehrstuhl
berufen. Sogleich begann das freundschaftliche Verhältnis zu Martin
Luther, der ihm den Weg zur reforatorischen Theologie eröffnete.
An der deutschen Bibelübersetzung war Melanchthon als Kenner des
griechischen massgeblich beteiligt. Da Luther als formal Geächteter an
den Verhandlungen auf Reichsebene nicht teilnehmen konnte, war
Melanchthon seit 1529 auf Reichstagen und Religionsgesprächen
der offizielle Wortführer der Wittenberger Theologie.
Aus seiner Feder stammen wichtige Basisschriften der Reformation: " die
" Loci communes" (1521), die erste höchst einflussreiche Dogmatik der
evangelischen Kirche und das "Augsburgische Glaubensbekenntnis" (1530).
Bei den Gesprächen mit der katholischen Seite hat Melanchthon immer
versucht, die Einigkeit der Kirche - auf evangelischer Grundlage -
durch Entgegenkommen zu bewahren. Melanchthon wird heute als die
grösste ökumenische Gestalt der Reformationszeit bezeichnet.
Neben seinen theologischen Schriften ist eine grosse Zahl von
Grammatiken, Lehrbüchern über fast alle Wissensgebiete der damaligen
Zeit und Kommentaren antiker Autoren
überliefert.
Durch diese in vielen Auflagen gedruckten Bücher und durch zahlreiche
Schul- und Universitätsordnungen hat er sich schon bei den Zeitgenossen
den Ehrentitel "Praeceptor Germaniae" (Lehrer Deutschlands) erworben.
Er starb am 19.04.1550 in Wittenberg und liegt dort neben Martin Luther in der Schlosskirche begraben.