15.07.2005
10 Jahre MP3: Fraunhofer feiert Geburtstag
Vor bald zehn Jahren, am 14. Juli 1995, bekam ein Audioformat vom
Fraunhofer Institut offiziell die Dateiendung .mp3 verpasst und löste
damit die .bit-Endung ab. MP3 wurde nicht nur das allgemein verwendete
Synonym für den ISO-Standard IS 11172-3 (MPEG Audio Layer 3), sondern
ist seither der Inbegriff für komprimierte Musik.
Der Dateiname .mp3 setzte sich damals am Fraunhofer IIS bei einer
internen Befragung durch. In folgender E-Mail vom 14. Juli 1995 wurde
daraufhin der Name festgelegt:
Datum: Fri, 14 Jul 1995 12:29:49 +0200 Betreff: Endungen fuer Layer3: .mp3 Hallo, nach der überwältigenden Meinung aller Befragter: die Endung für ISO MPEG Audio Layer 3 ist .mp3. D.h. wir sollten für kommende WWW-Seiten, Shareware, Demos, etc. darauf achten, dass keine .bit Endungen mehr rausgehen. Es hat einen Grund, glaubt mir :-) Jürgen Zeller
Die Namensgebung kann als Abschluss der langjährigen
Entwicklungsarbeiten eines Teams von bis zu 40 Mitarbeitern angesehen
werden. Seit 1992 schützt die ISO-Standardisierung das MP3-Format
vor allen Veränderungen. Zusammen mit der Verfügbarkeit von offenem
Quellcode sichert dies die Abspielbarkeit der vielen Milliarden
vorhandene MP3-Dateien – auch für die Urenkel der heutigen
MP3-Generation.
Bei der Standardisierung war MP3 seiner Zeit so weit voraus, dass
die Industrie die Technologie damals für praktisch nicht einsetzbar
hielt. Aber die Entwicklung war der entscheidende technologische
Schritt, und bis heute konnte kein anderes Verfahren MP3 als den
Standard für digitale Musik auf dem Computer und im Internet verdrängen.
Mit dem MP3-Spieler entstand ein völlig neuer Markt in der
Unterhaltungselektronik. Alleine in Deutschland wurden im vergangenen
Jahr über 3 Millionen Geräte verkauft. Ein Ende des Booms der mobilen
MP3-Abspielgeräte ist nicht in Sicht: Prognosen gehen davon aus, dass
im Jahr 2006 weltweit über 80 Millionen MP3-Spieler verkauft werden.