24.10.2005
Schloss und Schlossgarten - Schwetzingen
Einen absoluten Anziehungspunkt stellen das Schwetzinger Schloss und
vor allem der international berühmte Schlossgarten dar. Jährlich sind
es Hunderttausende, die den 72 Hektar großen Schlossgarten besuchen.
Schloss und Schlossgarten
Die weitläufige Gartenanlage vereint das französische Gartenparterre
mit dem Stil englischer Landschaftsgärten auf eindrucksvolle Art und
Weise. Deswegen und aufgrund seines hervorragenden Gesamtzustandes
wurde der Schwetzinger Schlossgarten in die Vorschlagsliste der UNESCO
als Weltkulturerbe aufgenommen.
Auch in den liebevoll restaurierten Räumlichkeiten des Schlosses, den
Zirkelsälen und dem Rokokotheater herrscht die verspielte Leichtigkeit
des Rokoko. Zu keiner Sekunde haben die Besucher das Gefühl, im
Schwetzinger Schloss von der "Macht der Geschichte" bedrängt oder
erdrückt zu werden. Im Gegenteil: Die ehemalige Sommerresidenz wirkt
heute wie einst als vornehmer und gleichzeitig heller, freundlicher Ort.
Die wechselvolle Geschichte des Schwetzinger Schlosses spiegelt sich in
seinen einzelnen Gebäuden ebenso wider wie im Schlossgarten. Aus der zu
Verteidigungszwecken angelegten Tiefburg des 14. Jahrhunderts wurde im
16. Jahrhundert zunächst ein Jagdschloss, und wiederum zweihundert
Jahre später war es Kurfürst Carl Theodor (1724-1799), der das Schloss zu seiner Sommerresidenz ausbauen ließ und ihm somit sein "Goldenes Zeitalter" schenkte.
Nach mehrmaliger Zerstörung und Wiederaufbauten in vorangegangener Zeit erhielt das Schloss durch Carl Theodor,
einem ausgesprochenen Förderer der Wissenschaften und bildenden Künste,
die Konturen, die sich bis heute erhalten haben. Auch die Erweiterung
des Schlossgartens und seine Ausstattung mit Wasserspielen, Brunnen,
der herrlichen Moschee, Pavillons, Tempeln und Skulpturen sind auf
Geheiß des letzten pfälzischen Kurfürsten vollzogen worden.
Namhafte Architekten und Landschaftsgestalter wie Nicolas de Pigage oder Friedrich Ludwig Sckell sorgten dafür, dass sich der Mannheimer Hofstaat des 18. Jahrhunderts im Schwetzinger Schloss in den Sommermonaten wohl fühlte.
Dazu trugen auch die Darbietungen des jungen Mozart im Jahre 1763 oder die Besuche von Voltaire bei, dessen Werke im damals neuen Rokokotheater Begeisterung auslösten.
Carl Theodors Erbe der bayerischen Kurwürde, 1777, und die Verlegung
der Residenz nach München brachten den Niedergang der Kurpfalz als
Herrschaftsgebiet und ließen auch die Bedeutung des Schwetzinger
Schlosses sinken. 1803 wurde die Kurpfalz aufgelöst. Schwetzingen wurde
fortan von den badischen Markgrafen regiert.
Anfang des 20. Jahrhunderts wurden Schloss und Schlossgarten der
Öffentlichkeit zugänglich gemacht und stehen heute im Eigentum des
Landes Baden-Württemberg. Seit 1970 erfolgten sukzessive
Rekonstruktionen im Schlossgarten nach einem Parkpflegeplan.
Schließlich gaben umfangreiche Renovierungsarbeiten dem Schloss
zwischen 1976 und 1991 sein glanzvolles und bezauberndes Aussehen
zurück. Damit wurde es wieder der Bestimmung zugeführt, die seinen
Ausbau im 18. Jahrhundert veranlasste: ein Ort der Kultur, des Feierns
und des Verlustierens.
Öffnungs- und Besichtigungszeiten
Schloss
April - Oktober:
Di - So 10 bis 16 Uhr
November - März:
Sa+So 11 bis 15 Uhr
Fr 11 bis 14 Uhr
Schlossgarten
April - Sept.: 8 bis 20 Uhr
Oktober: 9 bis 18 Uhr
Nov. - Feb.: 9 bis 17 Uhr
März: 9 bis 18 Uhr
Infothek zu Schloss und Schlossgarten
Die weitläufigen Zirkelsäle im Garten stehen auch für private
Feierlichkeiten, Tagungen und andere Unternehmensveranstaltungen offen.
Für Einzelreisende und Gruppen werden regelmäßig Führungen durch
Schloss und Schlossgarten angeboten. Immer beliebter werden auch die
Sonderführungen, die von privaten Gruppen oder Unternehmen an der
Schlosskasse (Tel. 06202/128 828) und bei der Stadtinformation (Tel.
06202/945875) vereinbart werden können.