Wo die Alb un der Maisenbach sich vereinigen, liegt eine von Alters her
vielgenannte Stätte, es ist das kleine Marxzell. Es ist schon recht
alt. Bereits 1255 wird es geschichtlich erwähnt.
In diesem Jahr wurde die Mühle in Zell sowie der Weiler von dem
Reichsritter Konrad von Remchingen an das Kloster Frauenalb verkauft.
An die ehemalige
Zugehörigkeit zum Kloster erinnern noch die sich auf dem Friedhof
befindliche Gräber mehrerer Äbtissinen und Klosterfrauen.
Ausser der Zellmühle, die heute Gastwirtshaft ist, gehörte damals noch
eine kleine Wallfahrtskirche, umgeben vom Friedhof, ein Messnerhaus und
eine Eisenschmiede zu Marxzell. Seit 1450 besass es auch eine
Badestube. Die Kirche war eine häufig besuchte Wallfahrt für die
Landleute aus der Umgebung.
Wie Marxzell und seine Wallfahrt entstanden sein mögen, soll folgende Legende erzählen:
Einst kam ein Waldbruder ins Albtal. An der Einmündung des Maisenbachs
in die Alb gefile es ihm so gut, dass er beschloss, hier zu leben. Er
baute sich also eine kleine Hütte (Zelle), die nur einen einzigen Raum
hatte. Dann zimmerte er sich eine Bank und einen Tisch. Aus Laub und
Moos bereitete er sich ein Lager. Beeren und Kräuter, die er sich im
Wald suchte, dienten ihm als Nahrung. Die übrige Zeit verbrachte er in
Andacht und Gebet. Bald jedoch entdeckten die Leute der Umgebung seinen
Aufenthaltsort und weil der Eremit so ein frommer Mann war,
versammelten sie sich regelmässig bei ihm zum gemeinschaftlichen
Gottesdienst.
Bei diesen Zusammenkünften wurden ausser der religiösen Bedürfnisse
auch weltliche befriedigt. Es entstand nach und nach ein Markt, der
Zellmarkt. Heute wird der Ort Marxzell genannt.