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22.03.2005
Fritz Haber (1868-1934)
Fritz Haber (* 9. Dezember 1868 in Breslau; † 29. Januar 1934 in Basel)
war ein deutscher Chemiker und Pionier der chemischen
Kriegsführung.Haber erhielt 1918 den Nobelpreis für Chemie "für die
Synthese von Ammoniak aus dessen Elementen".
Überblick
Er studierte ab 1886 in Berlin und Heidelberg Chemie, unter anderem bei
bei Momsen, den Haber oft wegen seiner Pedanterie, aber auch der
mangelnden Grundlagenforschung (Momsen entwarf vor allem chemische
Analyseverfahren) kritisierte. Haber promovierte dann 1891 in Berlin
mit einer Arbeit über anorganische Chemie. Er konvertierte 1893 vom
jüdischen zum protestantisch christlichen Glauben.
Nach verschiedenen Tätigkeiten in der Industrie und an Hochschulen
erhielt er 1894 in Karlsruhe an der damaligen Technischen Hochschule
eine Assistentenstelle in der Physikalischen Chemie und habilitierte
dort 1896. 1898 wurde er in Karlsruhe zum außerordentlichen Professor
für Technische Chemie ernannt. Schon 1904 begann Haber sich mit der
katalytischen Bildung von Ammoniak zu beschäftigen. Daraus entwickelte
er 1909 zusammen mit Carl Bosch bei der BASF das Haber-Bosch-Verfahren,
wofür sie 1910 das Patent erhielten. Dieses Verfahren ermöglichte die
synthetische Herstellung von Ammoniak als Ersatz für Salpeter zur
Herstellung von Düngemitteln und Sprengstoff.
1911 wurde er zum Direktor des Kaiser-Wilhelm-Instituts für
Physikalische Chemie und Elektrochemie in Berlin-Dahlem berufen. Dieses
Institut ist heute als Fritz-Haber-Institut der Max-Planck-Gesellschaft
nach ihm benannt. Weiterhin ist auch das Fritz-Haber-Zentrum für
Molekulare Dynamik der Hebräischen Universität Jerusalem nach ihm
benannt.
Fritz Haber war Patriot und Militarist durch und durch. Seine Versuche,
gegen den Willen seiner ersten Frau Clara, geb. Immerwahr, die selbst
promovierte Chemikerin war, mit Phosgen und Chlorgas (ein Abfallprodukt
aus der Farbproduktion der chemischen Industrie) machten ihn aber auch
zum Vater der Giftgaswaffen, die im 1. Weltkrieg von Deutschland
eingesetzt wurden. Nicht einmal der Selbstmord seiner Frau mit seiner
Dienstwaffe, wenige Tage nach dem ersten deutschen Einsatz am 22. April
1915 in Ypern, hielt Haber davon ab, den Giftgaseinsatz an der Front
weiterhin zu organisieren. Nach dem 1. Weltkrieg wurde er aufgrund des
Verstoßes gegen die Haager Landkriegsordnung von den Alliierten wegen
Verbrechen gegen die Menschheit zum Kriegsverbrecher erklärt und floh
vorübergehend in die Schweiz.
Fritz Haber war seit Gründung der IG Farben 1925 in deren Aufsichtsrat.
Nachdem die Nationalsozialisten 1933 an den Kaiser-Wilhelm-Instituten
den Arierparagraphen durchsetzten und die jüdischen Mitarbeiter
entließen, was auch er nicht verhindern konnte, ließ sich Haber
resignierend 1933 in den Ruhestand versetzen. Er emigrierte 1933 nach
Cambridge, wohin er noch einen Ruf an die Universität erhalten hatte
und starb kurz danach 1934 auf der Durchreise in Basel.
Fritz-Haber-Institut der MPG (http://)
Fritz Haber Center for Molecular Dynamics Research
www.dhm.de/lemo/html/biografien/HaberFritz www.fhi-berlin.mpg.de
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