27.11.2005
Wilhelm Klose - Ein kunstliebender Privatier (1830-1914)
Wilhelm Klose, der am 10. November 1830 in Karlsruhe geboren wurde,
gehörte zu einer angesehenen Karlsruher Familie. Sein Onkel, der
Kaufmann und Bankier August Klose, war von 1830 bis 1833 sowie ein
weiteres Mal 1847 Oberbürgermeister in Karlsruhe. Wilhelm Klose
studierte an der Münchner Akademie und brachte es in der Nachfolge Carl
Rottmanns als Maler idealer italienischer Landschaften zu einigem
Ansehen.
Dank des Familienvermögens konnte Klose das Leben eines kunstliebenden
Privatiers führen. Er wohnte im herrschaftlichen Gartenhaus seines
Onkels, das dieser 1830 südlich des Ettlinger Tores errichtet
hatte und das 1944 zerstört wurde.
Wilhelm Klose machte seinen Wohnsitz zum Treffpunkt der Kunstszene der
Gründerzeit, in der er selbst neben seinem Freund Victor von Scheffel,
dem Architekten Josef Durm, dem Maler Ferdinand Keller, dem
Bildhauer Adolf Heer und anderen eine wichtige Rolle spielte.
Daneben trat Wilhelm Klose als bürgerlicher Kunstmäzen auf. Seit dem
Jahr 1871 ließ er der Stadtverwaltung Stiftungen zukommen, durch die er
einerseits Künstlerfreunde unterstützen, andererseits aber auch
einen Beitrag zur Verschönerung seiner Heimatstadt leisten wollte,
deren Geschicke Klose als Stadtverordneter von 1876 bis 1908 selbst
mitbestimmte.
Die Errichtung des Malschbrunnens am Ettlinger Tor (der 1963 abgerissen
wurde) sowie die prunkvolle Ausstattung der Festhalle (im Zweiten
Weltkrieg zerstört) und des Vierordtbades mit Fresken, Gemälden
und Bauplastik waren ihm zu verdanken. Die vier Gemälde mit
italienischen Landschaften in der Rotunde des Bades hat er selbst
gemalt.
Zudem stiftete Wilhelm Klose im Jahre 1905 den Hygieia-Brunnen auf dem
Festplatz vor dem Vierordtbad. Er spendete aber auch dem
Männerhilfsverein einen großen Betrag für die Einrichtung einer
Volksbibliothek, sowie für bedürftige Kranke. Für all diese Wohltaten
wurde Wilhelm Klose zu seinem 70. Geburtstag die Ehrenbürgerwürde
verliehen.
Als Klose 1914 im Alter von 84 Jahren starb, hinterließ er der Stadt
testamentarisch 500.000 Mark - eine immense Summe, die nach und nach
für weitere Kunstwerke im öffentlichen Raum verwendet werden
sollte, jedoch durch die Geldentwertung der Inflation weitgehend
verloren ging. Seit 1912 erinnert an Wilhelm Klose eine nach ihm
benannte Straße in der Südweststadt.