22.09.2005
Dr. Hans-Heinrich Reckeweg - Homotoxinlehre
Der Gründer des Homöopathika-Herstellers Heel, Dr. Hans-Heinrich
Reckeweg (1905-1985) wäre 2005 100 Jahre alt geworden. Sein Verdienst
ist es, eine neue Variante der Homöopathie mit "modernen"
Komplexmitteln entwickelt zu haben. Für Reckeweg entstehen Krankheiten
nicht zufällig. Er sah sie immer als Folge des Ungleichgewichtes im
Stoffaustausch.
Dr. Hans-Heinrich Reckeweg sah Krankheit als Reaktion des menschlichen
Organismus auf Schadstoffe. Die verantwortlichen Schadstoffe nannte
Reckeweg Homotoxine (wörtl. "Menschengifte"). Je nach Art und Dauer
ihrer Einwirkung können Homotoxine stufenweise von leichten
Veränderungen bis zu schweren Schäden führen. Der Körper versucht von
Anfang an, die Homotoxine unschädlich zu machen und auszuscheiden, um
Schlimmeres zu verhindern.
Schafft es der Organismus, die Homotoxine zu beseitigen, kommt es zur
Heilung. Zu ihrer Anregung lassen sich antihomotoxische (gegen die
Schadstoffe gerichtete) Medikamente einsetzen. Sie heißen
Antihomotoxika und sind homöopathische Kombinationspräparate. Dem
Körper helfen sie, durch Neutralisation und Ausscheidung von
Homotoxinen gesund zu werden. Die Therapie bedient sich ausschließlich
körpereigener Mechanismen und richtet sich gegen die eigentlichen
Ursachen.
Eine neue Homöopathie entsteht in Berlin
Schon während seines Studiums in den späten zwanziger Jahren des
vorigen Jahrhunderts war Reckeweg von dem Gedanken beseelt, die Medizin
um eine neue Therapierichtung zu bereichern. Diese sollte
wissenschaftlichen Anspruch besitzen, wie ihn der Student in der
Berliner Charité in seiner damals renommiertesten Ausprägung kennen
gelernt hatte. Zum anderen wollte Reckewegs mit seiner Heilkunst die
Ganzheitlichkeit des Menschen berücksichtigen, wie dies die Homöopathie
tat. Als Fazit beider Ansprüche kreierte der ab 1932 in Berlin
niedergelassene Arzt eigene Arzneimittel, die besondere homöopathische
Kombinationspräparate – Komplexmittel genannt – waren. Um sie
herstellen und vertreiben zu können, gründete er die Firma Heel. Mit
einer genialen Kombination aus ärztlichem Können und der Entwicklung
wirksamer Arzneimittel wurde Reckeweg in Berlin zu einem erfolgreichen
Arzt und Unternehmer.
Reckeweg erklärt die Ursachen für Krankheit
Auf der Suche nach dem Verständnis für die Wirksamkeit seiner Präparate
entwickelte Reckeweg eine These. Für ihn war Krankheit kein Prozess,
der isoliert irgendwo im inneren von Zellen entstand. Vielmehr war die
Entgleisung des umgebenden Milieus, die Störung des
Fließgleichgewichtes von Zelle zu Zelle, der auslösende Faktor.
Reckeweg nahm an, dass Giftstoffe, die sich im Maschenwerk des
Bindegewebes, heute Matrix genannt, sammelten, die eigentlichen
Bösewichter seien. Er nannte sie deshalb Homotoxine, also „für den
Menschen schädliche Gifte“.
Die entsprechende, aus dieser Erkenntnis heraus entwickelte
Krankheitslehre taufte er Ende der vierziger Jahre "Homotoxikologie"!
Heel expandiert in alle Kontinente
In Baden-Baden ist das
Unternehmen seit 1954 ansässig. Im Jahr 1961 wurde Heel komplett neu
gebaut. Moderne Gebäude entstanden auf dem Industriegelände in Baden-Oos.
Mit Übernahme des Familienunternehmens Heel durch die heutige DELTON AG
in Bad-Homburg wurde 1978 der Grundstein für einen international
aktiven und wachsenden Konzern gelegt.
Heel ist heute in über 60 Ländern der Erdteile Europa, Süd- und Nordamerika, Afrika, Asien und Australien präsent.
Zusätzlich zum deutschen Stammsitz in Baden-Baden agieren 11 eigene
Tochterunternehmen. Weltweit arbeiten 1.100 Menschen für das
Arzneimittelunternehmen. Das Label Heel findet sich auf jeder zweiten
Komplexmittel.
Homotoxikologie – Therapie bis in die Ursachen
Gleichermaßen ist auch die Homotoxikologie zu einer anerkannten Lehre
avanciert. Sie bietet dem naturheilkundlich versierten Therapeuten die
Möglichkeit, individuell und ursachennah zu behandeln.
Große Zentren für Homotoxikologie sind in Kolumbien und Italien
entstanden. Unter Federführung einer international organisierte
Ärztegesellschaft wird Homotoxikolgie gelehrt und die Ausbildung
zertifiziert. Immer mehr Therapeuten wenden sich dieser
wissenschaftlich fundierten Form der Homöopathie
Homotoxinlehre
Eine auf Erkenntnissen u. a. der Physiologie, Entwicklungsgeschichte
und Molekularbiologie aufbauende Lehre, die von Dr. med. Reckeweg als
wissenschaftlicher Beweis der Humoralpathologie und ihrer
Ausleitungsverfahren entwickelt worden ist. Ihre Aussagen sind
inzwischen millionenfach bestätigt worden.
Homotoxinlehre baut auf der
Erkenntnis auf, daß alle Lebensäußerungen auf chemischen Reaktionen und
deren Substrat beruhen. Ihr Ablauf und das Vorhandensein der Stoffe
sind deshalb wesentlich für Gesundheit oder Krankheit. Um seine
Funktionen zu erhalten, strebt der Organismus das Fließgleichgewicht
an. Zuträgliche Stoffe rufen dabei keine Störungen hervor.
Toxische
Substanzen, die Homotoxine, lösen dagegen Abwehrmaßnahmen aus. Diese
Abwehrmaßnahmen sollen das Fließgleichgewicht so schnell wie möglich
wieder herstellen (Phasen 1-3 auf der Tabelle der Homotoxikosen).
Die
Abwehrmaßnahmen unseres Organismus empfinden wir als Krankheit.
Unterdrücken wir diese Maßnahmen durch Methoden der Allopathie, so ist
der Organismus gezwungen, die Homotoxine im Gewebe abzulagern. Daraus
resultieren entsprechende Giftschädigungen (Phasen 4-6 der Tabelle der
Homotoxikosen).
Abwehrmaßnahmen werden vom System der Großen Abwehr ausgelöst. Dabei
sollen sich zwei Homotoxine zu einem Homotoxon verbinden, das
ausgeschieden werden kann. Der Erfolg oder Mißerfolg der
Abwehrmaßnahmen kann an der Tabelle der Homotoxikosen abgelesen werden.
Eine Veränderung von einer Phase in die andere wird Vikariation
genannt. Erfolg der Abwehrmaßnahmen bedeutet regressive, Mißerfolg
progressive Vikariation (die Phase steigt an).jeder Therapie muß die
Unterstützung der Abwehrmaßnahmen des Organismus sein, um eine
regressive Vikariation zu erzielen. Dazu eignen sich prinzipiell alle
Naturheilverfahren. Nach der Homotoxinlehre führt jede allopathische (=
unterdrückende) Behandlung zur Entstehung von iatrogenen Erkrankungen.