Der Architekt Friedrich Eisenlohr wurde 1805 in Lörrach geboren und
starb 1855 in Karlsruhe. Sein Name ist vornehmlich mit dem Bau der
Badischen Eisenbahn verbunden.
Um 1829 liess er sich von seinem ebenfalls aus Südbaden stammenden
Malerfreund Friedrich Moosbrugger im Kreise seiner Freunde
portraitieren. Auf einem Biedermeierstuhl sitzend, wendet er sich dem
Betrachter zu und verdeckt den ebenfalls anwesenden Künstler, dessen
Kopf nur im Halbprofil erscheint. Mosbrugger wurde 1810 als Sohn eines
Malers in Konstanz geboren. Auf einer Reise nach Russland starb er 1830 erst 26 jährig in St, Petersburg.
Die "Bahnhäusleuhr" war es, die Mitte des 19. Jahrhunderts der
Schwarzwälder Uhrmacherei aus der Krise geholfen hat. Sie gab der
Kuckucksuhr ihre Form und machte sie zum Verkaufsschlager. Der Geburt
der Bahnhäusleuhr ging 1850 ein Wettbewerb voraus. Daran beteiligte
sich auch ein Architekt und Zeichner, der seit langem "Bahnhäusle" im
Kopf hatte und den Wettbewerb gewann: der Erbauer etlicher
Empfangsgebäude Friedrich Eisenlohr.
Die von Eisenlohr entworfenen Stationsgebäude zwischen Offenburg und
Freiburg "sind ein einzigartiges Dokument des ersten Eisenbahnbaus" in
Baden und ein "gefährdetes Kulturgut", hebt ein Bericht des
Landesdenkmalamts hervor.
Geboren wurde Eisenlohr als Pfarrersohn 1805 in Lörrach. Nach seinem
Studium bei Kirchenbaumeister Christian Arnold in Freiburg kam er 1824
nach Karlsruhe, wo er bei Friedrich Weinbrenner an der Bauschule des
Polytechnikums studierte. Die Staatsprüfung legte er 1830 mit der Note
"vorzüglich geeignet" ab.
Zwei Jahre später erhielt er einen Lehrstuhl am Polytechnikum und 1839
die Auszeichnung "Professor". Seine Karriere ging bis zu seinem Tod am
27. Februar 1854 steil aufwärts. Ein Jahr zuvor wurde der Leiter der
Hochbauabteilung der Badischen Staatseisenbahnen zum Baurat ernannt.
"Eisenlohr war ein Mann von schlichtem, männlichem Wesen", steht in den
"Badischen Biographien" von 1881. Sein Hang zu mittelalterlicher Kunst
beruhe auf Religiosität, die seine architektonischen Anschauungen
beeinflusse. Eisenlohr meldete sich auch kämpferisch zu Wort: In seinen
"Entwürfen" 1852, in denen er den "gegenwärtigen Zustand der
Zerrissenheit in der Baukunst" anprangerte.
Der Architekt gilt als Begründer der romanischen Richtung in badischer
Baukunst, er entwarf aber auch Gebäude in gotischem Stil wie die
Kapelle auf dem Alten Friedhof in der Kapellenstraße.
Holzkonstruktionen schmückten Empfangshallen wie die des ersten
Karlsruher Bahnhofs in der Kriegsstraße. Seiner Kreativität entsprangen
außerdem die Bahnwärterhäuschen mit heraustretenden Dächern, Pate stand
das Schwarzwälder Bauernhaus. Nach dem Prinzip Schlichtheit entwarf er
sein eigenes Wohnhaus in der Karlstraße.