11.07.2006
Karoline von Günderode (1780-1806)
26.07.2006, 20 Uhr
Vortrag und Lesung zu Leben und Werk der Karoline von Günderode aus Anlass ihres 200. Todestages.
"Schriftlich, dachte ich, wirtd es mir leichter sein, mich zu entdecken."
Die Essayistin und Schauspielerin Katharina Giesbertz stellt die Dichterin vor, die 1780 in Karlsruhe geboren wurde.
Lesen Sie hier die Lebensgeschichte von Karoline von Günderode: >>>
Quelle wikipedia.de
Karoline von Günderrode, die im Alter von 26 Jahren von eigener Hand
starb, ist eine der schillernsten Figuren der deutschen Romantik. Ihr
Zwiespalt zwischen Liebe und Freiheitsdrang spiegelt die Situation der
Frau in der bürgerlichen Elite um 1800 und wirft auch ein Licht auf die
späteren Emanzipationsbewegungen.
Die Radikalität, mit der sie ihr Gefühl auszuleben versuchte, hat schon
ihre Zeitgenossen fasziniert. Nach ihrem Tod erschienen immer wieder
Auswahlbände ihres poetischen Werks und vor allem ihrer Briefe. In den
siebziger Jahren wurde Karoline zu einer Identifikationsfigur der
Frauenbewegung. In der Sammlung Luchterhand erschien die Anthologie
„Der Schatten eines Traumes“. Christa Wolf steuerte einen Essay zu
diesem Band bei und machte Karoline von Günderrode zu einer
Protagonistin ihrer Erzählung „Kein Ort. Nirgends“. Allerdings erfährt
man hier viel über Christa Wolf und wenig über Karoline; so wie schon
Bettine von Arnim die Dichterin zum Medium ihrer eigenen Weltsicht
gemacht hatte.
Neben der von Walther Morgenthaler herausgegebenen historisch-kritischen Gesamtausgabe liegt seit Februar 2006 nun durch Dagmar von Gersdorff
endlich eine ausführliche Biographie der von Günderrode vor über das
Leben dieser bedeutenden Dichterin, die eine in ihrer Radikalität
repräsentative Frauengestalt der Romantik ist.
Sie verkörpert in Leben und Werk Genie, Einsamkeit, Liebe und Tod einer
Frau um 1800 und kann in ihrem spezifisch weiblichen Freiheitsdrang als
eine Vorgängerin der Liberalisierungsbewegung betrachtet werden: „O,
welche schwere Verdammnis, die angeschaffenen Flügel nicht bewegen zu
können!“
Lichthof im Evangelischen Oberkirchenrat
Karlsruhe, Blumenstr. 1-7