06.06.2006
Schloss Bühlerhöhe und Hertha Isenbart - "Vielen zur Genesung – Einem zum Gedächtnis"
Vielen ist das Schloss Bühlerhöhe aktuell im Bewusstsein, da dort die
Englische Nationalmannschaft während der Fussball-WM 2006 logiert. Die
Entstehungsgeschichte dürfte allerdings den wenigsten bekannt sein. Lesen Sie hier die interessante Geschichte.
Die Entstehungsgeschichte des Schlosshotels Bühlerhöhe ist eng
verbunden mit dem Schicksal der legendären "Generalin" Hertha Isenbart,
Tochter des jüdischen Großgrundbesitzers Schottländer aus Schlesien.
Ihr abenteuerliches und bewegtes Leben könnte der Stoff für einen Roman
sein, der die Willenskraft einer Frau beschreibt, die durch eine große
Liebe angetrieben wurde.
Die noch junge Hertha Schottländer heiratete den viele Jahre älteren
Bankier und Gutsbesitzer Pringsheim. Ihre unerfüllte Ehe mit ihm fand
um die Jahrhundertwende jedoch ihr Ende mit einer Manövereinquartierung
auf den Gütern der Pringsheims. Denn mit dem gut aussehenden
Regimentskommandeur Oberst Wilhelm Isenbart trat die große Liebe ins
Leben der jungen Gastgeberin.
Bald ließ sich das Verhältnis der beiden nicht mehr verheimlichen und
die Ehe Herthas mit Pringsheim wurde geschieden. Einem neuen Leben mit
ihrem geliebten Oberst stand nun nichts mehr im Wege. Allerdings
verletzte Wilhelm Isenbart durch die heschließung mit einer
geschiedenen jüdischen Frau ein damals geltendes Tabu des
Offizierskorps.
Er wurde aus der Armee entlassen und musste seine Offizierslaufbahn
beenden. Das anfängliche Glück der jungen Eheleute erfuhr damit seine
erste Enttäuschung, denn mit Wilhelms Entlassung wurde auch der Wunsch
nach Anerkennung in Adels- und Offizierskreisen zerstört.
Enttäuscht zog sich das Ehepaar, wie es damals im Großbürgertum üblich
war, an die Riviera und zur Winterzeit vor allem nach Ägypten zurück.
Dort verstarb 1908 plötzlich Wilhelm Isenbart in Assuan im bekannten
Hotel "Cataract".
Sein Tod ist gleichzeitig der Beginn der Geschichte der Bühlerhöhe.
Gemeinsam mit jenem deutschen Arzt, der bis zuletzt ihren Mann betreut
hatte, kehrte Hertha Isenbart, die "Generalin", nach Deutschland
zurück.
Mit enormer Willenskraft ging sie hier an die Ausführung ihres
visionären Planes, nämlich als Andenken für den verstorbenen Geliebten
ein "Denkmal" in Form eines "General - Isenbarts - Offiziers -
Genesungsheims" zu setzen. Es sollte für zwölf Generäle der
kaiserlich-preußischen Armee nebst Personal an einem der schönsten Orte
Deutschlands geschaffen werden.
Im Jahre 1911 erwarb Hertha Isenbart von der Stadt Bühl ein riesiges
Waldgelände an der Schwarzwaldhochstraße mit einmaligem Blick über die
Rheinebene bis hin zu den Vogesen. Als Architekt gewann sie den
berühmten Professor Wilhelm Kreis aus Düsseldorf, der zwischen 1911 und
1914 die Bühlerhöhe mit dem prachtvollen, barockartigen Schloss und dem
Sanatorium erbaute. Letzteres ließ Hertha Isenbart für jenen Arzt aus
Assuan errichten.
Um sich doch noch die Anerkennung der Gesellschaft zu erkämpfen
beabsichtigte die "Generalin", das Genesungsheim Kaiser Wilhelm II. zu
schenken. Dieser aber wollte das Geschenk nur unter der Bedingung
annehmen, dass durch eine zusätzliche Stiftung auch die laufenden
Betriebskosten gesichert würden. Doch den Millionenbetrag, der dazu
nötig gewesen wäre, konnte Hertha Isenbart nicht mehr aufbringen. Durch
diese Zurückweisung wurde aus der erhofften Anerkennung eine neue,
schwere Niederlage.
Der kaum vollendete Schlossbau stand während des 1. Weltkriegs
unbenutzt, während das Sanatorium 1914 tatsächlich als Reservelazarett
in Betrieb genommen wurde. Hier wirkte in den vier Kriegsjahren jener
Arzt als Sanitätsoffizier, der ihren geliebten Mann bis zu seiner
Todesstunde in Assuan gepflegt hatte.
Die Verlobung dieses Arztes mit einem jungen Mädchen fügte Hertha
Isenbart die dritte bittere Enttäuschung zu und ließ ihre Welt vollends
zusammenstürzen. In den Wirren des Kriegsendes von 1918 starb sie
vereinsamt in Baden-Baden.
Der Verkauf der Bühlerhöhe 1920 durch den Erben an eine solide
Finanzgruppe war die Geburtsstunde des heutigen Unternehmens, das –
unabhängig von den jeweiligen Besitzern – bis heute ein Gefühl für das
Besondere bewahrt hat.
Terrasse Bühlerhöhe
Die Bühlerhöhe entwickelte sich im Laufe der Jahrzehnte immer mehr zu
einer weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannten "Insel
der Erholung".
Viele berühmte Persönlichkeiten logierten bereits im Schlosshotel,
darunter auch Alt-Bundeskanzler Konrad Adenauer, der besonders die
Abgeschiedenheit und Ruhe dieses Ortes genoss und der Bühlerhöhe gleich
mehrere Besuche abstattete.
Schlosshotel Bühlerhöhe
Vertreten durch den General Manager Herrn Michael Caspar
Schwarzwaldhochstraße 1
D-77815 Bühl / Baden-Baden