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11.01.2006
Odilia vom Odilienberg - Elsass



Odilia war eine Tochter des Herzogs Athich aus dem Elsass. Sie gründete 690 das später nach ihr benannte Kloster Odilienberg und stand ihm als Äbtissin vor. Zehn Jahre später erfolgte ihre zweite Klostergründung am Fuß des Berges: das Kloster Niedermünster mit Spital und heilkräftiger Quelle, dessen Platz ihr nach der Überlieferung Johannes der Täufer in einer Vision gezeigt hatte.

Die Legende berichtet, dass ihr Vater seine blind geborene Tochter Odilia töten lassen wollte, die Mutter Bethsvinda sie aber retten konnte und durch eine Amme in das Kloster "Palma" - wohl das heutige Baume-les-Dames - bringen ließ. Dort wurde Odilia das Augenlicht geschenkt, als der durch einen Engel zu ihr gewiesene Wanderbischof Erhard von Regensburg sie taufte. Ihr jüngerer Bruder ließ sie nach Jahren wieder nach Hause holen, der unzugänglich zornige Vater schlug seinen Sohn so, dass der tot niederstürzte; Odilia erweckte ihn wieder zum Leben und musste nun abermals vor dem Vater fliehen. Vor dem sie verfolgenden Vater verbarg sie sich in einer Höhle bei Arlesheim; herabstürzende Steine verwundeten den Vater schwer. Nach Jahren besuchte Odilia den inzwischen schwerkranken Vater, der sich mit ihr versöhnen wollte; sie erhielt von ihm den Platz auf der Hohenburg, um ein Kloster erbauen zu lassen. Dort pflegte sie auch ihre Eltern bis zu deren Tod.
 
Die Überlieferung berichtet auch, wie die sterbende Odilia ihre Schwestern zum Gebet in die Kirche sandte. Als sie zurückkamen, fanden sie Odilia tot. Von ihren inständigen Gebeten ins Leben zurückgerufen, erklärte Odilia: "Warum beunruhigt ihr euch? Lucia war bei mir und ich sah und hörte, was man mit Augen nicht sehen, mit Ohren nicht hören, sondern nur mit dem Herzen wahrnehmen kann." Dann ergriff sie selbst den Kelch, nahm die Kommunion und starb. Dieser Kelch wurde noch 1546 auf dem Odilienberg gezeigt, lange Zeit gab man den Pilgern aus ihm zu trinken. Odilia wurde auf dem Odilienberg bestattet.

Mehrmals wurde das Kloster dann zerstört und wieder aufgebaut und als Augustiner-Chorfrauenstift geführt. Während des Bauernkrieges 1521 wurde es geplündert. Ein Brand verwüstete 1546 die Gebäude, das Nonnenkloster wurde aufgelöst. Prämonstratensermönche wachten dann über das Grab von Odilia und machten den Odilienberg zu einem sehr bekannten Wallfahrtsort, besonders für Augenkranke.

Die französische Revolution von 1789 vertrieb die Mönche. 1853 wurde das Kloster aus Privatbesitz zurückgekauft und dem Bischof von Straßburg geschenkt, die Wallfahrt erfuhr einen neuen Auftrieb. Heute beherbergt es ein Hotel, eine Schwesterngemeinschaft führt das Haus.

Reliquien von Odilia liegen in Prag, in Lissabon, in Verona und in Corbie. Der Odilienberg gilt als der "heilige Berg des Elsass", Odilias Grab ist eine der bedeutendsten Wallfahrtsorte in Frankreich. Heute besuchen jedes Jahr an die zwei Millionen Menschen den Odilienberg, noch immer gilt die dortige Quelle als hilfreich bei Augenleiden.

In Bayern gibt es heute noch die einzige Männerkongregation, die sich der Odilia geweiht hat und die derzeit acht Hauptklöster und 15 Häuser in Europa und Übersee besitzt. Ihr Kloster bei München gilt als eine wichtige Stätte des Dialogs zwischen Christentum und Buddhismus.





www.mont-sainte-odile.com/D/index.php


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