Die mehrbändige "Theoretische Maschinenlehre" des gebürtige Düsseldorfer Franz Grashofwar im 19. Jahrhundert das Standardwerk für Maschinenbau-Ingenieure und hieß unter Studenten und Professoren nur "der Grashof". Franz Grashof war ab 1863 Nachfolger von Ferdinand Redtenbacher als Professor für Maschinenbau am Karlsruher Polytechnikum, der späteren Technischen Hochschule und heutigen Universität.
Sein Wirken trug entscheidend dazu bei, den technischen Disziplinen den Ruf der Unwissenschaftlichkeit zu nehmen. Schon vor seinem Ruf nach Karlsruhe hatte Franz Grashof 1856 mit 22 Gleichgesinnten den "Verein Deutscher Ingenieure" (VDI) gegründet.
Dieser auch heute noch existierenden Interessenvertretung der technischen Intelligenz diente Franz Grashof über 34 Jahre als Geschäftsführer und Redakteur der Verbandszeitschrift. Grashof selbst hat in den VDI-Nachrichten, so der aktuelle Name der Publikation, mehr als 40 wissenschaftliche Abhandlungen veröffentlicht.
Für seine Arbeit im VDI hatte sich Franz Grashof durch das Renommee qualifiziert, das er sich bereits in der Mitte des 19. Jahrhunderts erworben hatte. Seinem Studium am Königlichen Gewerbeinstitut in Berlin folgte im April 1854 die "Staatsprüfung für Lehrer an den preußischen Provinzialgewerbeschulen". Bereits ein halbes Jahr später kehrte er als Lehrer für Mathematik und Mechanik an das Berliner Gewerbeinstitut zurück.
Dort entwickelte sich Grashofs von Zeitzeugen als "glänzend" bezeichnete schriftstellerische, lehrende und wissenschaftliche Arbeit. Schon während des Studiums hatte er für ein Handbuch der Physik einen Abschnitt über angewandte Mechanik bearbeitet. Sein Lehrer Druckenmüller hatte den Studenten Grashof mit der Abhaltung einer Vorlesung über die gleiche Disziplin betraut.
Ab dem 1. Januar 1855 war Franz Grashof zudem mit dem Nebenamt des Direktors am Königlichen Eichamt betraut. Bei Redtenbachers Tod war Grashofs wissenschaftliches Ansehen auch in Karlsruhe wohl bekannt und das Polytechnikum schätze sich glücklich, dass er den Ruf annahm. Als Vertreter der Hochschule saß er von 1877 bis 1889 in der ersten Kammer der badischen Landstände. Grashof starb 1893.
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