20.04.2006 Bürgerbegehren jetzt erst recht! - BIB Pforzheim - 12.04.2006
Start 2. Bürgerbegehren gegen die beschlossene Privatisierung der
Städtischen Busse (SVP) durch den Pforzheimer Gemeinderat. Der
französische Konzern Veolia-Connex erhält im 2jährigen intransparenten
Bieterverfahren für 10 Jahre knapp den Zuschlag.
Blinde Kuh im Pforzheimer Gemeinderat am Dienstag, den 4. April letzter
Woche. Eine knappe Mehrheit aus CDU und FDP beschloss in öffentlicher
Sitzung den 51 prozentigen Verkauf der SVP an Veolia-Connex. Ohne große
Diskussion über mögliche Risiken und Nebenwirkungen der Privatisierung,
folgte die Mehrheit im Pforzheimer Gemeinderat der Vorlage von
Bürgermeister Schütze.
"Es blieben viele Fragen offen, oder konten gar nicht erst gestellt
werden, weil wichtige Fakten nicht auf dem Tisch lagen", so einige
Gemeinderäte und interessierte Bürger auf der einen Tag nach dem
Beschluss stattfindenden Bürgerversammlung, an der logischer Weise
hinterher kaum jemand mehr teilnehmen mochte.
Das breite Aktionsbündnis BIB hat sich deshalb entschlossen mit einem
2. Bürgerbegehren gegen den jetzigen Gemeinderatsbeschluss einen
Bürgerentscheid zu erzwingen. Das 1. Begehren wurde von der Stadt mit
einem fadenscheinigen Gutachten und Fehlinterpretationen in ein
Widerspruch- und Klageverfahren gegen die Initiative verwiesen.
Nun müssen die Bürger in der Großstadt Pforzheim in einer Frist von 6
Wochen noch einmal 10.000 Unterschriften leisten. "Das wird die letzte
Chance sein, zu verhindern das ein Global-Player die Herrschaft über
unsere Daseinsvorsorge in Pforzheim übernimmt. Trotz mehrerer bereits
stattgefunderner Privatisierung im Energie- und Gesundheitsbereich
befindet sich der öffentliche Haushalt der Stadt weiterhin in
bedrohlicher Schieflage", so Wolfgang Schulz, einer von 2
Vertrauenspersonen der Donnerstag, den 13.April beginnenden täglichen
Unterschriftensammlung am Leopoldplatz in der Pforzheimer Innenstadt.
Pforzheim, der Stadt mit der höchsten Arbeitslosenquote in
Baden-Württemberg, droht durch die Privatisierung noch weiter in die
Misere getrieben zu werden. “Kostenersparnis” zum Nachteil der Bürger
wird durch eine Connex-eigene Zeitarbeitsagentur bereits in Frankfurt
praktiziert. Lohndumping – oder im Fachjargon „die Reduktion der
Personalkosten“ - könnte künftig auch der Goldstadt blühen. Ebenso die
Ausla-gerung der Zuliefereraufträge aus der Region heraus - zulasten
des Mittelstandes. Ein doppeltes Risiko also, für die Zukunft und
Attraktivität unseres Wirtschaftsstandorts.
Sollte Veolia-Connex im Präzendenzfall Pforzheim Erfolg haben, so
gleicht das für die Initiative “Busse in Bürgerhand” einem “Dammbruch
für den öffentlichen Busverkehr in ganz Baden-Württemberg! Wenn auch
Sie unsere Meinung teilen, freuen wir uns über Ihre Unterschrift für
ein ‚JA’ zu ‚Busse weiter in Bürgerhand’: ab Donnerstag am Leo.”