15.11.2005
BASF - Mit Innovationen profitables Wachstum schaffen - Ludwigshafen
BASF erhöht Ausgaben für Forschung und Entwicklung im Jahr 2006 auf
1150 Millionen Euro. 180 zusätzliche Stellen für Wissenschaftler im
weltweiten Forschungsverbund des Unternehmens. Wichtige Zukunftsthemen
werden in fünf Wachstumsclustern gebündelt und ausgebaut.
„Innovationen sind unverzichtbar, um profitables Wachstum für die BASF
zu gestalten“, betonte Dr. Stefan Marcinowski, Mitglied des Vorstands
der BASF und Sprecher der Forschung, während eines Pressegesprächs, bei
dem er die Forschungsstrategie des weltweit führenden
Chemieunternehmens vorstellte. Unter dem internationalen Titel „We
innovate for growth“ erweitert die BASF ihre globalen Forschungs- und
Entwicklungs-Aktivitäten und investiert zusätzliche Mittel. Dabei
werden zum einen Wachstumsimpulse aus dem Unternehmen heraus verstärkt,
zum anderen weltweit Forschungslabors ausgebaut und regionale
Entwicklungszentren eingerichtet.
Wichtige technologiegetriebene Zukunftsthemen bündelt die BASF künftig
in fünf Wachstumsclustern: Energiemanagement, Rohstoffwandel,
Nanotechnologie, Pflanzenbiotechnologie und Weiße Biotechnologie. Dabei
handelt es sich um Querschnittstechnologien, die jenseits der
klassischen Fachgrenzen liegen und nur durch interdisziplinäre und
internationale Zusammenarbeit zum Erfolg geführt werden können. Für die
Forschungsaktivitäten innerhalb der fünf Wachstumscluster stehen in den
Jahren 2006 bis 2008 insgesamt 800 Millionen Euro zur Verfügung. Die
Ausgaben der BASF für Forschung und Entwicklung werden im Jahr 2006
voraussichtlich auf 1150 Millionen Euro steigen, das sind etwa 18
Prozent oder 180 Millionen Euro mehr als in 2004 (Ausgaben für die
Exploration von Öl und Gas nicht mitgerechnet). Der Anteil der
Konzern-finanzierten Forschung steigt dabei gegenüber 2004 um rund 65
Millionen Euro auf 250 Millionen Euro, die anderen Ausgaben tragen die
Unternehmensbereiche.
Neues Kompetenzzentrum für Nanotechnologie in Singapur
Mit dem weltweiten Ausbau der Forschungsaktivitäten wird das
wissenschaftliche Personal der BASF um mehr als 10 Prozent anwachsen
(gegenüber Basisjahr 2004). Insgesamt sind in den kommenden Jahren etwa
180 neue Stellen geplant. In den BASF-Technologieplattformen in
Ludwigshafen und Limburgerhof werden zusammen etwa 80 zusätzliche
Wissenschaftler arbeiten. „In wichtigen Regionen der Welt baut die BASF
zusätzliche Forschungskapazitäten auf und stellt dafür gezielt
Fachexperten ein“, erläuterte Dr. Stefan Marcinowski. So solle Anfang
2006 beispielsweise ein Kompetenzzentrum für nanostrukturierte
Oberflächen in Singapur eröffnet werden. Mit diesem
Nanotechnologie-Labor partizipiert das Unternehmen an der exzellenten
Forschungsinfrastruktur des Stadtstaates und stärkt sein
Forschungsnetzwerk in Asien. Andere Forschungseinrichtungen der BASF
wie das Katalyse-Labor in Evans City, USA, das
Pflanzenbiotechnologie-Labor in Raleigh, USA, und das Synthese-Labor im
indischen Thane erhalten zusätzliches Personal. Daneben intensiviert
die BASF auch die Zusammenarbeit mit Hochschulen, so ist für das an der
Universität Straßburg angesiedelte BASF-Labor (ISIS) eine Verdopplung
der Forscherstellen geplant.
Die Entwicklung von maßgeschneiderten Kundenlösungen und der technische
Service sind zwei der wichtigsten Aufgaben von 13 regionalen
Entwicklungszentren, die die BASF bereits in Asien aufgebaut hat. So
sind beispielsweise unter dem Dach des Entwicklungszentrums am Standort
Pudong, Shanghai, Entwicklungseinheiten für Textilhilfsmittel und
Polymerdispersionen, ein Polyurethan-Systemhaus sowie ein Labor für
Technische Kunststoffe untergebracht. Neben ihren kundennahen
Entwicklungsarbeiten nehmen diese Zentren Impulse aus den
nachgelagerten Branchen in den stark wachsenden asiatischen Märkten auf
und leiten diese in die Unternehmensbereiche und in die
Forschungseinheiten weiter.
Die niedrig hängenden Früchte sind bereits gepflückt
„Die Projekte in den Wachstumsclustern der BASF sind keine niedrig
hängenden Früchte, im Gegenteil, sie stellen höchste Ansprüche an die
technische Realisierung und bergen hohe Risiken bezüglich der sich
entwickelnden Märkte“, sagte Dr. Thomas Wehlage, Geschäftsführer der
BASF Future Business GmbH und Sprecher des „Wachstumsclusters
Energiemanagement“. Die chemische Industrie kann entscheidende Beiträge
zur Entwicklung neuer Techniken und Materialien für die Bereiche
Energiequellen, Energiespeicherung und Energieumwandlung leisten. Bei
der BASF beschäftigen sich Forscher beispielsweise mit neuen
Materialien für organische Solarzellen, innovativen Speichermedien für
Wasserstoff und der Membran-Elektroden-Einheit von kleinen portablen
Brennstoffzellen. Für Forschungsarbeiten im „Wachstumscluster
Energiemanagement“ sind 90 Millionen Euro in den Jahren 2006 bis 2008
vorgesehen.
Im „Wachstumscluster Rohstoffwandel“ identifizieren BASF-Experten
interessante Verfahren zur Nutzung nachwachsender Rohstoffe und
bewerten diese Prozesse unter technologischen, ökonomischen und
ökologischen Gesichtpunkten. Die wichtigsten Ausgangsstoffe für die
Mehrzahl der Wertschöpfungsketten in der chemischen Industrie sind
heute Olefine und Aromaten, die hauptsächlich durch Steamcracken von
Naphtha erzeugt werden. Als alternativer Rohstoff kommt aber auch
Erdgas in Betracht, da eine flächendeckende Umstellung der
Chemieproduktion auf nachwachsende Rohstoffe mittelfristig unmöglich
ist. Für Einzelanwendungen können nachwachsende Rohstoffe allerdings
bereits heute eine wettbewerbsfähige Alternative sein. Für die
Forschungsarbeiten im „Wachstumscluster Rohstoffwandel“ stehen in den
Jahren 2006 bis 2008 100 Millionen Euro zur Verfügung.
Bestehende Kompetenzen für weiteres Wachstum ausbauen
Die BASF ist eines der weltweit führenden Unternehmen auf dem Gebiet
der chemischen Nanotechnologie und nutzt diese bereits in vielen
etablierten Arbeitsgebieten wie Polymerdispersionen, Pigmenten oder
Katalysatoren. Dabei profitiert das Unternehmen von seiner hohen
Kompetenz zur Herstellung und Anwendung von nanostrukturierten
Materialien und Formulierungen. „Mit dem ‘Wachstumscluster
Nanotechnologie’ wollen wir unsere Position weiter ausbauen und die
Nanotechnologie dort einsetzen, wo sie gegenüber herkömmlichen
Produkten und Verfahren Vorteile bietet“, betonte Professor Dr. Franz
Brandstetter, der Leiter der Polymerforschung der BASF und Sprecher
dieses Wachstumsclusters. So arbeiten die BASF-Forscher am Straßburger
ISIS an nanoporösen Schaumstoffen, die aufgrund ihrer winzigen Poren
eine hervorragende Isolationswirkung aufweisen. Für Forschungsarbeiten
im „Wachstumscluster Nanotechnologie“ sind 180 Millionen Euro für die
Jahre 2006 bis 2008 eingeplant.
Mit dem Ausbau der Forschungsarbeiten im „Wachstumscluster Weiße
Biotechnologie“ setzt die BASF ihre breite Expertise in der
Enzymkatalyse und der fermentativen Herstellung von Aminosäuren und
Vitaminen ein, um neue Produkte und Verfahren auch außerhalb der
bisherigen Schwerpunkte Feinchemie und Zwischenprodukte zu erarbeiten.
In diese Erweiterung eingeschlossen sind auch Aktivitäten, die auf die
Verbreiterung der Rohstoffbasis für fermentative Verfahren abzielen
sowie die Erarbeitung von Verfahren zur Herstellung von Polymeren aus
nachwachsenden Rohstoffen. Im Jahr 2004 hat die BASF mit Produkten, die
ganz oder teilweise mit biotechnologischen Verfahren hergestellt
werden, einen Umsatz von knapp 500 Millionen Euro erzielt. Für die
Forschungsarbeiten im „Wachstumscluster Weiße Biotechnologie“ stehen in
den Jahren 2006 bis 2008 150 Millionen Euro zur Verfügung.
Im „Wachstumscluster Pflanzenbiotechnologie“ verfolgt die BASF das
Ziel, bis zum Jahr 2010 eines der weltweit führenden Unternehmen auf
diesem Arbeitsgebiet zu sein. Die BASF Plant Science, ein seit 1998
bestehender internationaler Forschungs- und Technologieverbund mit
sieben Standorten in vier Ländern in Europa und Nordamerika, entwickelt
Pflanzen für eine effizientere Landwirtschaft, für eine gesündere
Ernährung sowie als „grüne Fabriken“ zur Erzeugung von nachwachsenden
Rohstoffen. Dabei geht es beispielsweise um ernährungsphysiologisch
wertvolle Ölpflanzen mit einem erhöhten Gehalt an Omega-3-Fettsäuren
oder eine Kartoffel mit veränderter Stärkezusammensetzung für den
Einsatz in der Papier-, Textil- und Klebstoffindustrie. Mit solchen so
genannten Output Traits, die auch dem Konsumenten oder
Weiterverarbeiter einen erkennbaren Nutzen bieten, wird sich der
Siegeszug der Pflanzenbiotechnologie weiter beschleunigen und ihre
gesellschaftliche Akzeptanz wachsen. Für Forschungsarbeiten im
„Wachstumscluster Pflanzenbiotechnologie“ sind von 2006 bis 2008 270
Millionen Euro eingeplant.