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23.09.2005
Baden-Württemberg: Stärkster Bevölkerungszuwachs aller Länder
(Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg).
Die Bevölkerung Baden-Württembergs ist 2004 im Bundesvergleich am
stärksten gewachsen: 25.000 Menschen oder 0,2 Prozent mehr als im
Vorjahr lebten zwischen Main und Bodensee. Auch seit 1990 habe das Land
mit einem Bevölkerungswachstum von 900.000 Menschen oder 9,1 Prozent am
meisten zugelegt, teilte die Präsidentin des Statistischen Landesamtes,
Gisela Meister-Scheufelen, am Freitag in Stuttgart mit. «Der Grund
dafür besteht vor allem in der guten Arbeitsmarktlage», erläuterte sie.
Seit August 2001 weise das Land ununterbrochen die niedrigste
Arbeitslosenquote in Deutschland auf. 2004 rangierte Bayern beim
Bevölkerungswachstum auf Platz zwei.
Im vergangenen Jahr sei der Südwesten auch das einzige Land mit einem
Geburtenüberschuss gewesen, sagte Meister-Scheufelen. Allerdings liege
Baden-Württemberg bei der Geburtenrate mit 1,37 (Bund: 1,34) Kindern
pro Frau nicht an der Spitze. «Diesen Wert verdanken wir der deutschen
Bevölkerung», sagte sie. Denn die Geburtenrate der ausländischen
Bevölkerung betrage nur 1,1.
Italienische, griechische und portugiesische Paare bekämen entsprechend
dem Trend in ihren Heimatländern immer weniger Kinder. Auch die noch
über der deutschen Geburtenrate liegende Rate der Türken könne dies
nicht ausgleichen. Es seien 2,1 Geburten pro Frau notwendig, damit eine
Bevölkerung nicht schrumpfe, erläuterte Meister-Scheufelen. Deshalb sei
das Bevölkerungswachstum im Land vor allem der Zuwanderung geschuldet.
Bei der Verteilung des Wachstums auf die 44 Stadt- und Landkreise
schneidet der Landkreis Ludwigsburg - bezogen auf die absolute Zahl -
mit einem Plus von 2.150 (0,4 Prozent) Menschen am besten ab. Es folgen
der Stadtkreis Karlsruhe und der Landkreis Esslingen. Prozentual am
stärksten wuchsen 2004 Freiburg, der Landkreis Tübingen und Baden-Baden
- jeweils um 0,7 Prozent.
Acht Kreise - drei mehr als 2003 - wiesen ein Bevölkerungsdefizit auf,
darunter Mannheim, der Landkreis Heidenheim, der Zollernalbkreis, der
Landkreis Lörrach und der Stadtkreis Pforzheim. Betrachtet man den
Zeitraum zwischen 1990 und 2004, ist der Landkreis Heilbronn am
stärksten gewachsen - um 21 Prozent. Am Ende lag Mannheim mit einem
Verlust von einem Prozent.
Die Bilanz von 20.000 «Neuzugängen» nach Baden-Württemberg ergibt sich
aus der Differenz zwischen 248.000 Zu- und 228.000 Fortzügen; im Jahr
2003 waren es noch 31.000 Menschen, im Jahr 2002 rund 56.000. Zur
Begründung sagte Meister-Scheufelen: «Im längerfristigen Rückblick
wurden 2004 die wenigsten Zuzüge seit 1987 registriert.» Dabei kamen
die meisten Menschen aus den neuen Ländern - jeder Dritte aus Sachsen.
Auch Niedersachsen steuerte einen großen Anteil bei, vor allem weil von
Friedland aus Spätaussiedler und Asylbewerber zentral über die anderen
Bundesländer verteilt werden.
Zum ersten Mal seit 1990 verzeichnete Baden-Württemberg 2004 einen
Wanderungsverlust bei den Ausländern: 2.000 Ausländer mehr wanderten
aus Baden-Württemberg aus als einwanderten. «Da wird ein gewisser
Rückzug der Gastarbeiter in ihre Heimatländer eine Rolle spielen»,
sagte Meister-Scheufelen. Diesen Trend kommentierte die Grünen-
Abgeordnete Edith Sitzmann mit der Frage: «Wird Baden-Württemberg ein
Auswanderungsland?» Sie verwies darauf, dass in den 90er Jahren im
Schnitt 57.000 Menschen per Saldo aus dem Ausland ins Land kamen.
«Baden-Württemberg ist auf Zuwanderung angewiesen», meinte sie.
www.statistik-bw.de
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