18.12.2005
Deutscher in Singapur wegen Haschrauchens verurteilt - Sechsmonatige Haftstrafe für 19-Jährigen
Ein 19-jähriger Deutscher muss in Singapur für sechs Monate ins
Gefängnis, weil er in einer Flugzeugtoilette Haschisch geraucht hat.
Der junge Mann sei bei einem Flug von Bahrain nach Singapur von einer
Stewardess der Fluggesellschaft Gulf Air beim Rauchen erwischt worden,
berichtete die Tageszeitung "The Straits Times".
Nach der Landung wurde der Deutsche festgenommen. Bei einer
Durchsuchung fand die Polizei 1,5 Gramm Cannabis. Ein Singapurer
Gericht verurteilte den Jugendlichen am Freitag zu einem halben Jahr
Gefängnis, wie es in dem Bericht weiter hieß.
Singapur hat eines der strengsten Anti-Drogen-Gesetze der Welt. Der
Schmuggel von mehr als 500 Gramm Cannabis wird mit der Todesstrafe
geahndet. Anfang des Monats war ein 25-jähriger Australier trotz
heftiger Proteste der Regierung in Canberra wegen des Besitzes von 400
Gramm Heroin gehängt worden.
Mit dem Leben davon kam die junge Deutsche Julia Bohl, in deren
Singapurer Wohnung im März 2002 insgesamt 687 Gramm Haschisch
sichergestellt worden waren. Ihr Anwalt konnte aber vor Gericht
durchsetzen, dass die gefundene Menge nach dem Reingewicht des
Haschischgehalts bemessen wurde; dieser betrug nur 281,6 Gramm. Bohl
entkam dem Henker und wurde im Juli 2005 nach drei Jahren Haft wegen
guter Führung vorzeitig entlassen.