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01.03.2007
Apfelküchle - Rezept und Herkunft



Ein in ganz Baden-Württemberg - nicht nur zur Fastnachtszeit - sehr beliebtes Gebäck. 
Region:
Produktgruppe:
Süß- und Backwaren

Zutaten und Herstellung:
6 große, säuerliche Äpfel
1 Glas Obstler
130 g Mehl
300 ml Milch
75 ml Bier
8 g Hefe
1 Eiweiß
1 Prise Salz
1 El Öl
etwas Mehl zum Bestäuben
Butterschmalz zum Ausbacken

Die Äpfel schälen, Kerngehäuse ausstechen und in ca. 1 cm dicke Scheiben schneiden. Mit dem Obstler beträufeln und gute 2 Stunden ziehen lassen.
Für den Teig zunächst die Hefe in der Hälfte der lauwarmen Milch auflösen und gehen lassen. Getrennt davon Mehl, Bier, Salz, Eiweiß, Milch und Öl gut verrühren und zur Hefe-Milch-Mischung hinzugeben, etwa zwei Stunden ruhen lassen.
Das Butterschmalz erhitzen und die Apfelscheiben leicht mit Mehl bestäuben. Die Ringe durch den Ausbackteig ziehen und schwimmend goldgelb backen. Auf Küchenpapier abtropfen lassen, mit einer Zucker-Zimt-Mischung bestreuen und noch warm servieren.

Quelle: „Kochen mit den Fallers“, G. Braun Verlag, Karlsruhe

Herkunftsgeschichte:
Schon in der Antike haben die Menschen unterschiedliche Lebensmittel in Teig getaucht und in Fett ausgebacken. Wann genau das Apfelküchle erfunden wurde, ist aber nicht überliefert.

Wissenswertes:
Seit jeher verzehren die Baden-Würrtemberger ihre Apfelküchle am „schmotzigen Donnerschtag“, dem Donnerstag vor Rosenmontag. „Schmotzig“ bedeutet hier „fettig“ – entsprechend kalorienhaltig ist das gold-gelbe Schmalzgebäck.

Traditionell zubereitet sind die Apfelküchle so nahrhaft, dass sie durchaus eine Hauptmahlzeit sein können. Erst die richtigen Zutaten machen aus dem eher rustikalen Genuss ein edles Dessert: Köche aus Baden-Württemberg flambieren sie gerne mit Grand Marnier oder Rum und reichen Apfelküchle als „Apfelbeignet“ mit einem Bällchen Vanilleeis.

Spezialitäten wie das Apfelküchle haben eine lange Tradition in Baden-Württemberg: Wissenswertes, Historisches oder unterschiedliche Sagen hierzu wurden zum Teil über viele Jahrhunderte hinweg überliefert. Damit diese Informationen nicht verloren gehen, hat es sich die Leiterin für Öffentlichkeitsarbeit des Landesmuseums in Stuttgart, Dr. Elke Gerhold-Knittel, zur Aufgabe gemacht, die Geschichte der Spezialitäten ihrer Heimat zu erforschen und darüber zu schreiben. Aktuell arbeitet sie an ihrem Buch "Bretzeln, Maultaschen, Spätzle und Springerle", das zum Preis von 9.90 Euro Mitte April 2003 im Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart, erscheinen wird.

Saison:
Apfelküchle sind ganz besonders in der Fastnachtszeit ein „Muss“. Außerdem gehören sie zu jeder süddeutschen Kirchweih. Mittlerweile sind sie das ganze Jahr über fester Bestandteil der baden-württembergischen Küche, als Hauptmahlzeit und als Dessert.

Verzehr:
Schon Ende des 18. Jahrhunderts verfeinerten baden-württembergische Hausfrauen Gerichte wie Strudel und Schmalzgebackenes mit einer besonderen Sauce. Die heute fast in Vergessenheit geratene Chaudeausauce wurde gerne auch zu den Apfelküchle serviert.
Der Begriff stammt aus dem Französischen und bedeutet „heißes Wasser“. Wie diese Bezeichnung entstand, ist nicht genau bekannt, denn die Chaudeausauce ist keineswegs ein wässriges Etwas.

Chaudeausoße:
¼ l Wein, vorzugsweise Weißwein (Riesling)
1 Esslöffel Zitronensaft
1 Teelöffel Speisestärke
65 g Zucker
abgeriebene Zitronenschale
2 Eier
1 Eigelb

Alle Zutaten mit dem Schneebesen in einem großen Topf gut schaumig rühren. Die Soße anschließend im heißen Wasserbad unter ständigem Schlagen erhitzen. Nicht kochen, da sie sonst gerinnt. Warm oder kalt servieren.

Tipp:
Wählen Sie für die Zubereitung einen ausreichend großen Topf, da die Soße ihr Volumen fast verdoppelt.


Verbreitung:
Die Apfelküchle kommen ursprünglich aus dem Süden Baden-Württembergs. Sie erfreuen sich aber so großer Beliebtheit, dass man sie heutzutage in ganz Baden-Württemberg und weit über die Landesgrenzen hinaus genießt.



Quelle: www.schmeck-den-sueden.de

www.schmeck-den-sueden.de
www.spezialitaeten-baden-wuerttemberg.de



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