Grundbestandteil der Dampfnudel waren immer gut aufgegangene Hefeteigbatzen. Das erste Qualitätskriterium war für die Hausfrau, dass die Substanz der Dampfnudel am Ende sehr locker und leicht und nicht knatschig war. Zubereitet wurden die Dampfnudeln in großen, schweren, heute unüblichen, Eisentöpfen auf der geschlossenen Herdfläche eines Holzofenherdes. (Die Feuerringe wurden nicht geöffnet, sonst wurde der Eisentopf zu heiß). Diese nicht emaillierten schweren Eisentöpfe funktionierten nur auf dem Holzofenherd oder einem Gasherd, auf späteren Elektroherden wurden sie für diesen Zweck nicht heiß genug. Die Eisentöpfe mußten nach dem Reinigen leicht eingefettet werden, sonst rosteten sie. Das passierte leicht, weil sie in den engen Stuben keinen Platz hatten und dann oft in den damals feuchten Kellern gelagert wurden.
Auf dem Boden dieser Töpfe wurde meist Schmalz erhitzt. Heute nimmt man, wegen der Empfehlungen tierische Fette zu meiden, fast immer Pflanzenöl, z.B. Rapsöl. Dazu kam etwa eine halbe Tasse Wasser und dann wurde eine ordentliche Portion Salz gleichmäßig eingestreut. Nun wurden die Teigbatzen hineingegeben und ein Deckel aufgesetzt. So entstand unten eine dicke salzige und fette Kruste und darüber ein sehr lockerer süßer Teig mit einer sehr dünnen, weißen, möglichst makellos glattrunden Oberfläche durch den Dampf. Die dicke Kruste unten durfte aber nirgendwo schwarz werden.
Der geschmackliche Reiz war der Kontrast der dicken, salzigen, fettigen, krachligen Kruste zum lockeren süßen Teig. Gleichwohl gab es oft beim großen Dampfnudelessen auch einzelne Genießer, die eigentlich nur die Kruste essen wollten und - oft Kinder - diejenigen, die am liebsten nur "das Süße" essen wollten und so wurden die Dampfnudeln dann auch zwischen diesen gegensätzlichen Interessenten geteilt.
Heute (2008), wo man die großen Eisentöpfe - wenn überhaupt - nur noch zweckentfremdet als Pflanztöpfe in Innenhöfen sieht, sind teflonbeschichtete Pfannen mit Glasdeckeln das Kochinstrument. Auch wenn damit immer noch leckere Dampfnudeln gelingen, werden die Krusten bei weitem nicht mehr so dick wie früher in den Eisentöpfen. Perfekte Dampfnudeln, keine im Innern knatschig, kein Stück der köstlichen Kruste schwarz verbrannt, Lockerheit, perfekte Oberfläche verschafften Ansehen und jedesmal viel Lob von den Essern. Üblicherweise wurden immer einige Dampfnudeln mehr gemacht als zum Mittagessen benötigt wurden. Diese werden später kalt gegessen oder, aber nur wenn sie perfekt waren, ergänzt mit einem Töpfchen der Suppe zum Warmmachen zur Oma oder zur Tante geschickt. War die Oma dabei, dann war das Dampfnudelkochen ihre Aufgabe. Sie war schließlich die Erfahrenste und Perfektion wurde immer angestrebt.