Auf dem Weg von Iffezheim nach Hügelsheim kommt man an einem alten
Bildstock vorbei. Ers stammt aus dem Jahr 1750. Darauf ist Christus, an
eine Säule gebunden, zu erkennen. Dabei geht es um Sepp Kischt, der
Jägerlussl genannt wurde. Dieser war Jäger des Markgrafen und hat im Oberwald und in der Geggenau
grosse Tiergehege gepflegt. Der Jäger ging mit äusserer Strenge gegen
die Wilderer vor, die seinen schlimmsten Feinde waren.
Sie lauerten einmal dem Lussl an den Hanfäckern am Weg nach Hügelsheim auf. Dem Jäger wurden die Kleider vom Leib gerissen, und er wurde sehr geschlagen.
Unter der nahne Eiche befand sich ein Ameisenhaufen. Sie banden den Lussl an den Baum, so dass er mitten im Ameisenhaufen stand. Dann liefen die Wilderer fort.
Der Jäger konnte nicht einmal schreien, weil ihm ein spitzes Holz zwischen die Zähne gesteckt wurde. Die Schnaken fielen über ihn her und verstachen ihn. Die Ameisen kletteren an ihm hoch und schlüpften in Nase, Ohren, Augen und in den Mund.
In seinem Elend betete er zu Gott und versprach, wenn er mit dem Leben davon kommen sollte, einen Bildstock zu setzen.
Als er schon aufgeben wollte, kam ein Handwerksbursche vorbei, der die Lage sofort erkannte. Er befreite den Jäger. Nachdem er sich erholt hatte, löste er sein Versprechen ein.
Der Bildstock mit Nische aus Sanstein steht tatsächlich an der Hügelsheimer Strasse unter einer Eiche. Er trägt die Jahreszahl 1750. In der Nische findet sich eine Relieftafel mit der Darstellung von Christus an der Geisselsäule.