28.02.2005
Die Hinrichtung der Ettlinger Ratsherren
In allter Zeit erstreckte sich die Waldungen der Stadt Ettlingen bis
nach Bernbach. Die Ettlinger Bürger benutzten dieses Waldgebiet, das
sich rechts der Moosalb bis herunter zur Alb zieht, zum Kohlenbrennen
und zur Waldweide, insbesondere zur Schweinsweide. Die Schweinehirten
wollten sich nun für einen längeren Aufenthalt häuslich einrichten und
erbauten deshalb in der Nähe des Klosters Frauenalb Schweinstiegen
(kleine Hütten mit Pferchen). Diese Nachbarschaft war den Nonnen ein
Dorn im Auge. Eines Tages zogen die tapferen Klosterfrauen (nach einer
Urkunde von 1402) mir Kreuz und Fahne den Berg hinauf und zerstörten
sowohl die Kohlenhaufen als auch die Schweinsteigen.
Der Rat zu Ettlingen forderte die Bürgerschaft zur Rache auf. Diese
stürmte nach Frauenalb und brannte das Kloster nieder. Die Äbtissin
erhob nun wegen dieser Greueltat beim Markgrafen von Baden Klage. Dier
über den Frevel der Ettlinger aufs höchste erzürnt, verurteilte
sämtliche Ettlinger Ratsherren zum Tode. Ausserdem mussten die
Ettlinger den Waldbezirk von Bernbach bis zur Moosalb an das Kloster
abtreten und den Turm in ihrem Wappen umkehren.
Der Markgraf wohnte persönlich der Hinrichtung bei. Schon waren 11 der
Ratsherren enthauptet, als der Markgraf seinen Hofnarren fragte, wie
ihm das Köpfen gefalle. "Wenn die Menschen wie die Weidenstümpfe im
Frühjahr wieder ausschlügen, so gefiele es mir nicht übel", erwiderte
der Narr und bewog durch diesen launigen Einfall den Markgrafen, den
zwölften Ratsherren zu begnadigen.
Die Enthaupteten wurden auf der Richtstätte (ausserhalb des alten
Freidhofs) begraben und auf die elf Gräber ebensoviele Steinkreuze
gesetzt. Als später der Platz in einen Weinberg umgewandelt wurde,
setzte man die Steine in die Mauer beim Gutleutehaus. Das Gewann aber
trägt heute den Namen "Kopfreben".
Die elf Steinkreuze stehen jetzt um die Alexius-Kapelle herum. Auf den
zum Teil noch gut erhaltenen Steinen sieht man verschiedene Geräte
(Beil, Häöbe, Axt, Schuh, Rad und Schwert) eingehauen, die zu dem
Stand, dem die einzelnen angehörten Bezug haben mögen.
Laut Chronik schenkte Otto I. von Eberstein auf ewige Zeiten den Wald
südlich der Moosalb und den Lindenbrunnen dem Kloster Herrenalb. Am 21.
Juli 1495 wurde die Schenkung vom Reichstag zu Worms bestätigt.