28.02.2006
Geistermusik im Heidelberger Fass - Heidelberg - Legende
Auf dem gewaltigen Rücken des großen Fasses zu Heidelberg ist eine hölzerne Plattform angebracht. Sie ist von einem schönen Geländer umgeben, und Treppen führen von beiden Seiten hinauf. Dort wurden früher mancherlei Festlichkeiten abgehalten. Mancher Becher Rebensaft kreiste in fröhlicher Runde, Musikkapellen ließen ihre lustigen Weisen ertönen und oft dröhnte der Tanzboden, wenn sich auf ihm die Tänzer drehten.
Als Kurfürst Karl Ludwig beschlossen hatte, seine Tochter Liselotte an den französischen Königshof zu verheiraten, kam eines Tages eine vornehme französische Gesandtschaft. Sie wollte das Nähere über die Heirat der Pfalzgräfin besprechen. Ihr zu Ehren veranstaltete der Kurfürst eines Abends ein Festmahl auf dem Rücken des Fasses. Zuvor aber versteckte er in dem geleerten Fass eine ganze Kapelle von Trompetern und Paukern. Dann begann das Fest.
Dabei wurde dem Wein zugesprochen und manches Glas auf das Wohl des Gastgebers und des französischen Königs getrunken. Auf einmal, die Gäste hatten gerade die Gläser erhoben, erscholl unter ihnen ein Höllenspektakel, dass der Boden dröhnte, die Kerzen erlöschten und die Gläser zu Boden fielen. Die fremde Gesellschaft meinte, der leibhaftige Teufel mit seinem gesamten Hofstaat sei losgelassen und stürzte im Dunkeln die Treppe hinunter.
Erst als der Kurfürst lachend die Musikanten aus dem Bauch des Fasses hervorholte, beruhigten sich die Gäste über diesen Spuk.