Als Gräfin Sibylla Augusta Schloss Favorite erbauen liess, wollte sie auch den armen Kindern aus dem Murgtal etwas gutes tun. Sie befahl, in allen Bächen und im Flussbett der Murg, Kieselsteine zu sammeln und bezzahlte jedes KÖrbchen voll mit einigen Kreuzern, dazu noch mit einem Stück Brot.
Damit wollte sie nicht nur Arbeit geben, sondern auch mit dem Bibelwort "Steine zu Brot" werden lassen.
Der Baumeister von Schloss Favorite sah den mächtigen Haufen Kieselsteine, der nach vielen Wochen zusammengetragen worden war und schlig der Bauherrin eine besondere Verwertung vor. Da man auch in der Mauerverkleidung etwas besonderes bieten wollte, so wurden die Kieselsteine an die Aussenwände des Schlosses geklebt, wo sie noch heute als seltener Mauerverputz ihre Bewunderung finden.