Am Freiamt bei Emmendingen arbeitete eines Samstagabends ein Bergmann
allein in der Grube Silberloch. Auf einmal hörte er hinter sich, auf
einem zugedeckten alten Schacht, gehen und den dort stehenden
Schubkarren hin und her werfen.
Da er niemand erblickte, eilte er
erschrocken aus der Grube. Von seinem gewöhnlichen Mitarbeiter, dem er
das Ereigniß erzählte, wurde er, wegen seiner Furcht, tüchtig
ausgelacht.
Als nun jener am nächsten Samstagabend im Silberloch
beschäftigt war, vernahm er auch das Gehen, blieb aber ruhig und
arbeitete fort.
Bald darauf erblickte er einen Schein, schaute um, und
sieh! da kamen mehrere Geister mit brennenden Lichtern vom Schacht her
auf ihn zu. "Seid ihr böse Geister, so weichet von mir; seid ihr aber
gute, so zeiget einem armen Bergmann reiche Anbrüche!" sprach er zu
ihnen; allein einer der Geister packte ihn an der Achsel und warf ihn
zehn Klafter weit, daß er die Besinnung verlor.
Aus diesem Zustand
erweckte ihn erst spät in der Nacht sein Genosse, der, um ihn zu
suchen, in die Grube kam, und beide faßten nun den festen Vorsatz: den
Sonnabend nie mehr durch arbeiten zu entheiligen. An der Achsel, wo der
Mann von dem Geist ergriffen worden, behielt er sein Leben lang ein
zeitweises Zittern.