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31.08.2005
Die Gründungssage der Stadt Trier
Im Jahre 1300 vor der Gründung der Stadt Rom führte der Assyrerkönig
Ninus (Gründer der Stadt Niniveh) in der Absicht, seinen
Herrschaftsbereich auszuweiten, Heere über die Grenzen seines Reiches.
Fünfzig blutige Jahre seines Lebens verbrachte er in Kriegen, die er in
Asien führte. Zuletzt überwand er den Baktrerkönig Zoroaster in einer
Schlacht und liess ihn töten. Er selbst erlag aber einem Pfeilschuss,
als er eine Stadt belagerte.
Er hinterliess seine Gattin Semiramis und zwei Söhne: Trebeta und Nina.
Der ältere Sohn, Trebeta, entstammte einer Verbindung mit einer
Chaldäerkönigin, die Ninus vor Semiramis geheiratet hatte. Nina dagegen
war ihm von Semiramis geboren worden. Nach ihres Gatten Tod wollte
Semiramis ihren Stiefsohn Trebeta heiraten. Da dieser sich aber ihrer
Absicht widersetze, verfolgte sie ihn so lange mit ihrem Hass, bis sie
ihn aus ihrem Reich vertrieb.
Trebeta und seine Freunde zogen nun lange umher. Das Los wies sie nach
Europa. Nach langer Wanderung gelangten sie ins Moseltal. Gefangen von
der Lieblichkeit der Landschaft beschlossen sie dort zu bleiben und
eine Stadt zu erbauen. Nach Trebeta's Tod folgte ihm in der Herrschaft
sein Sohn Ero. Er bestattete seinen Vater auf dem Juraberge. Auch liess
er die Taten seines Vaters auf einer Marmortafel aufschreiben, die er
der Erde übergab.
Nach Ero's Tod regierten eingeborene Trierer die Stadt. Sie begannen
ihre Stadt zu befestigen. Zuerst erbauten sie an der Nordseite der
Stadt aus Quadersteinen ein Stadttor mit grossen Türmen und nannten es
Porta Nigra (Schwarzes Tor).
Ein zweites Tor mit Türmen wurde gegen Osten errichtet. Dieses Tor nannten sie Porta Alba (Weisses Tor).
Das dritte Tor wurde mit hohen Türmen an der Südseite der Stadt erbaut. Sie nannten es das Porta Media (Mitteltor).
Ein viertes Tor stand im Westen am Ufer der Mosel. Es übertraf an
Schönheit alle anderen Tore und wurde deshalb Porta Inclyta (Berühmtes
Tor) genannt. Sie zierten es mit Sternen aus Gold, die dem benachbarten
Hafen bei Tag und Nacht als Leuchtturm dienten.
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