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30.11.2007
Weihnachten weltweit
Heilig Abend ist der 24.Dezember, Weihnachten ist dann am 25. und 26.
Dezember. Schon in vorchristlichen Zeiten war der 25. Dezember ein
besonderer Tag, denn es war die Zeit der Wintersonnenwende. Ab diesem
Tag wurde (und werden heute noch) die Tage wieder länger.
Die Römer feierten in der Zeit ihre Saturnalien, die Germanen feierten
das Julfest, in Ägypten feierte der Isiskult den Geburtstag des Horus.
In Vorderasien feierte man aus ähnlichem Anlass, der Lichtgott hieß
dort Mithras.
Im Jahr 217 beschloss Papst Hyppolit die Geburt Christi auf den 25.
Dezember zu legen.
Geschickt wurde ein heidnischer Feiertag also
übernommen und mit einer christlichen Bedeutung versehen. Aber was wäre
der Mensch ohne seinen Rechtfertigungszwang; als Erklärung für die
Festlegung des 25. Dezember als Christi Geburt ist, dass Jesus ja das
"Licht der Welt" (Joh. 8,12) oder die alttestamentarische "Sonne der
Gerechtigkeit" (Mal 3,20) ist.
813 erklärte de Mainzer Synode den 25. Dezember offiziell zum "festum
nativitas christi".
Da die Heilige Drei Könige dem Christuskind ja auch
was schenkten, nämlich Gold, Weihrauch und Myrrhe, bliebt die nette
Einrichtung der Bescherung zum Jahresende auch bei den Christen
erhalten.
Und unser Einzelhandel dankt noch heute dem aufmerksamen Evangelisten
Matthäus für die Erwähnung der Weisen aus dem Morgenland. Denn der
umsatzstärkste Tag im Jahr ist der Samstag vor Weihnachten. Und der
Buchhandel macht im Dezember mindestens ein Drittel seines
Jahresumsatzes.
Dankbar sind auch die Baden-Württemberger und die Bayern, denn bei
denen ist der 6. Januar als so genannter Dreikönigstag frei - was
bedeutet, das dort zwischen 24. Dezember und 6. Januar nicht wirklich
gearbeitet wird.
Übrigens steht in der Bibel nichts von drei oder von Königen
Im
griechischen (ja, das Neue Testament wurde auf Griechisch geschrieben)
Original steht etwas von "Magiern aus dem Osten" - was aber auch
Astronomen oder Gelehrte bezeichnen kann. Worte ändern im Lauf der Zeit
ab und an ihre Bedeutung.
Wir in Deutschland verteilen die Geschenke ja schon am 24. Dezember.
In
anderen Ländern gibt es die erst am 25. Dezember. Den vorgezogenen
Bescherungstermin scheinen wir Martin Luther zu verdanken, denn der
protestantische Reformator war dafür durch eine Vorziehung der Feier
den heidnischen Hintergrund etwas mehr außen vor zu lassen. Wobei es
etwas unklar zu sein scheint, denn es gab auch mal eine Zeit in der die
Geschenke am Nikolaustag kamen. Und der ist am 6. Dezember, also viel
weiter weg vom heidnischen 25. Dezember.
Aber andere Länder, andere Weihnachtsbräuche:
In Australien ist an Weihnachten Sommer. Gefeiert wird dennoch, aber eher ohne Tannenbaum und - weil so schön warm ist - draußen.
In China ist Weihnachten langsam im kommen, vermutlich nicht, weil die
Chinesen konvertieren, sondern weil man ja nichts (kein Fest und kein
Geschenk) auslassen will. Und so sind Gegenden in denen
Ausländereinkaufen schon weihnachtlich geschmückt. Der Weihnachtsmann
heißt dort "Dun Che Lao Ren".
In Mexiko gibt es (für Kinder)
zu Weihnachten die "Pinata". Das ist ein Tontopf, der mit Früchten und
Süßigkeiten gefüllt wird. Der wird aufgehängt und dann versucht man den
mit einem Stock zu zerschlagen. Ach ja, die Augen sind dabei verbunden.
Wär' ja sonst zu leicht.
Beim Weihnachtsessen in Polen wird für den "unerwarteten Gast" ein
Gedeck mehr auf den Tisch gelegt. Wie die Leute gucken wenn dann auch
einer kommt? Da man glaubt, das Christkind kommt aus dem Himmel mit
einem auf einem Esel liegt unter dem Tannenbaum etwas Heu für den Esel.
In Lettland gibt es am Weihnachtsabend zum Essen sieben verschiedene
Speisen, wobei - sehr obskur - in der Mitte einen Schweinkopf zu stehen
scheint. Dazu gibt es unter anderem Bohnen, Erbsen, Blutwurst,
Sauerkraut mit Graupen und "Piragi", ein Speckkuchen. Und dann gibt es
noch einen Brauch einen Holzbalken von Haus zu Haus zu ziehen und ihn
am Ende zu verbrennen. Die einen sehen darin das Symbol für die
ziehende Sonne andere glauben, dass durch den Balken Unglück
aufgesammelt und am Ende verbrannt wird.
In Litauen und Bulgarien gibt es als Weihnachtsessen 12 Gerichte, eines für jeden Monat.
In Kroatien gibt es Weihnachtsweizen. Nein, das ist kein Bier. Es ist
ein mit Wasser gefülltes Glas in das Weizen gesät wird. Das Glas steht
in der Adventszeit auf dem Tisch und an Weihnachten unterm Tannenbaum.
Weiterhin können auch - wer einen Kamin hat - noch am Morgen des
"Heilig Abends" drei Scheit Holz geschlagen werden, die dann als Symbol
für die Heilige Dreifaltigkeit (Vater, Sohn und Heiliger Geist)
verbrannt werden.
Aus den USA kommend heißt
Weihnachten gerne auch Xmas. Xmas ist eine Abkürzung, das X steht für
den griechischen Buchstaben "Chi". Was aber nichts mit dem
wintersportlichen Skifahren zu tun hat. "Chi" ist der Anfangsbuchstabe
in "Christus" (was ja die griechische Übersetzung des hebräischen
"Messias" ist und "der Gesalbte" bedeutet. Christus ist Jesus' so
genannter "Würdename".)
In Italien gibt es zweimal
Geschenke. Einmal am 25.12. und dann nochmal am 6. Januar. Aber nicht
von den Heiligen Drei Königen sondern von der Hexe Befana. Die hatte
nämlich damals Christi Geburt verpasst und suchte deswegen in der
Dunkelheit den Stall zu Betlehem. Aber da sie den kleinen Jesus nicht
fand und heute noch hofft ihn zu treffen bekommt jedes Kind ein
Geschenk von ihr. jedenfalls die braven Kinder. Die anderen bekommen
Kohlestückchen.
In Ungarn hängt man
Weihnachtskugeln, Lichterketten und "Szaloncukor" - Salonzucker. Das
sind eigentlich Pralinen mit zig verschiedenen Füllungen von Marzipan
bis Fruchtgelee. Sie heißen Salonzucker, weil es Ende des 19.
Jahrhunderts, dieses Naschwerk in den Salons der besseren Gesellschaft
gab. Die Pralinen essen die Kinder, und wenn sie geschickt sind, dann
bleibt die silberne Hülle am Baum. Den Brauch mit dem Salonzucker
scheint auch in Kroatien (gehörte mal zu Österreich-Ungarn) zu geben.
In Finnland wird am Heilig
Abend um 12 Uhr mittags in der alten finnischen Hauptstast Turku der
Weihnachtsfrieden verkündet. Dann wird auf den Friedhöfen den
Verstorbenen gedacht und dann kommt er - der "Joulupukki", der
Weihnachtsmann, der die Geschenke bringt.
In Griechenland werden ab dem 24. Dezember 12 Nächte lang
Weihnachtsfeuer angezündet, ansonsten kommen Kalikanzari" das sind
kleine Kobolde. Geschenke bringt der Heilige Vassilius aber erst am 1.
Januar.
In Irland stellt man an
"Christmas Eve", dem Heiligen Abend, eine Kerze ins Fenster. Sie soll
allen Reisenden, wie auch Maria und Joseph, in dieser Nacht ein
Wegweiser sein. Die Geschenke gibt es in Irland am Morgen des 25.
Dezember. In Strümpfen am Kamin durch den "Father Christmas" kommt.
In Belgien und den Niederlanden
gibt es die Geschenke schon am 6. Dezember von "Sint Niklaas". Auch er
hat einen Begleiter (neudeutsch "Sidekick") der "zwarte Piet" bei uns
als Knecht Ruprecht bekannt.
In Norwegen kann das
Weihnachtsessen bis zu 60 verschiedene Speisen umfassen. Da kein Jahr
so viele Monate hat muss die Zahl wohl andere Gründe haben. Vermutlich
soll das reichhaltige Mahl eine "Grundlage" für das dabei reichlich
getrunkene Weihnachtsbier und den Aquavit sein.
In Schweden und Dänemark
gibt es am 13. Dezember ein Extra-Fest. Am Tag der "Santa Lucia" wird
die Lichterkönigin gefeiert. Dabei ziehen weiß gekleidete Mädchen mit
brennenden Kerzen auf dem Kopf durch die Straßen. Mit dabei kleine
Jungs in weißen Hemden und einer spitzen Sternenmütze.
In Großbritannien gibt es seit
Königin Victorias Zeiten auch einen Weihnachtsbaum. Weil Königin
Victoria mit dem deutschen Albert von Sachsen-Coburg-Gotha verheiratet
war und der diesen Brauch mitbrachte. Nach diesem Albert ist übrigens
die "Royal Albert Hall" in London benannt. Ansonsten gibt es in England
den legendären Mistelzweig über dem Türrahmen. Wenn darunter eine Frau
steht darf man sie küssen. An Weihnachten trägt man lustige Papphütchen
oder Krönchen und lässt Knallbonbons knallen. Das sind
Papier-Pappe-Konstruktionen, die man schnell auseinander ziehen muss.
Geschenke gibt es erst am 25. Dezember morgens.
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