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27.11.2005
Klimaschutz in vielen Ländern immer noch unzureichend - November 2005



Von 1990 bis 2003 hat der Ausstoß an gefährlichen Treibhausgasen in vielen westlichen Industrieländern stark zugenommen. In Deutschland dagegen haben die klimapolitischen Maßnahmen der Bundesregierung im gleichen Zeitraum dazu geführt, dass der Gasausstoß um 18,2 Prozent gesunken ist. Dies zeigt eine im Vorfeld der am 28. November in Montréal beginnenden internationalen Klimakonferenz veröffentlichte Studie des UN-Klimasekretariats in Bonn.


Vom 28. November bis 9. Dezember 2005 findet im kanadischen Montréal die elfte Vertragsstaatenkonferenz der Klimarahmenkonvention statt. Dabei wird es vor allem um die nächsten Schritte gehen, die die Weltgemeinschaft gegen den Klimawandel unternehmen will.

Treibhausgase nehmen weltweit zu

In diesem Zusammenhang hat das Sekretariat der Klimarahmenkonvention in Bonn am 17. November 2005 eine Studie veröffentlicht, nach der der Treibhausgasausstoß in den entwickelten Ländern zwischen 1990 bis 2003 zwar um 5,9 Prozent gesunken ist. In den westlichen Industrieländern hat er dagegen um 9,2 Prozent zugenommen.

Dass der Treibhausgasausstoß in den entwickelten Ländern gesunken ist, wird vorwiegend auf die Begleitumstände der Umstellung auf die Marktwirtschaft in den Ländern Mittel- und Osteuropas zurückgeführt. Dort nahm der Ausstoß von Treibhausgasen in dem genannten Zeitraum um 39,6 Prozent ab.

In Deutschland sinken die Emmissionen

Von den westlichen Industrieländern konnten neben Deutschland (minus 18,2 Prozent) aber nur Luxemburg (minus 16,1 Prozent) und Großbritannien (minus 13,0 Prozent) den Ausstoß in größerem Umfang senken.

Nachdem der wirtschaftliche Umbau in den mittel- und osteuropäischen Ländern weitgehend abgeschlossen ist, muss - so die Studie - von einem Anstieg in diesen Ländern ausgegangen werden, der in der Untersuchung aber weiterhin weit unter dem Niveau von 1990 gesehen wird (minus 18,3 Prozent).

Für die westlichen Industrieländer prognostiziert die Studie aber einen erheblichen Anstieg des Treibhausgasausstoßes (plus 19,5 Prozent), so dass weltweit ohne zusätzliche Maßnahmen bis 2010 eine Zunahme an Treibhausgasemissionen von insgesamt 10,6 Prozent gegenüber dem Wert von 1990 zu erwarten sei.

Die EU liegt mit einer Reduzierung der Treibhausgase um 1,4 Prozent bis 2003 bislang noch unter der Vorgabe des Kyoto-Protokolls von minus 8 Prozent. Zur Minderung der Emissionen der EU-15 haben Deutschland und Großbritannien bisher die wesentlichen Beiträge geleistet. Insbesondere in Spanien, Italien, Griechenland und Portugal sind dagegen bedeutsame Anstiege zu verzeichnen.

Weitere Maßnahmen zum Schutz des Klimas notwendig

Die EU-Kommission bereitet derzeit die 2. Phase des Europäischen Klimaschutzprogramms vor, um diesen Anstiegen entgegen zu wirken. Im Mittelpunkt der Diskussionen steht die Einbindung des Flugverkehrs in den EU-weiten Emissionshandel sowie die Reduzierung der CO2-Emissionen von Kraftfahrzeugen.

Deutschland wird weiterhin seine Vorreiterrolle sowohl auf EU- als auch auf internationaler Ebene wahrnehmen. Trotz der im Jahr 2003 bereits erreichten Reduktion um knapp 19 Prozent sind weitere Anstrengungen notwendig, damit das deutsche Kyoto-Ziel, die Reduzierung der Emissionen um 21 Prozent  im Zeitraum 2008 bis 2012 bezogen auf 1990, auch erreicht wird. Daher hat die Bundesregierung am 13. Juli 2005 das Nationale Klimaschutzprogramm verabschiedet und wird dieses entsprechend weiterentwickeln.

Kontext

>> Veröffentlichung des Sekretariats der UN-Klimarahmenkonvention
>> Maßnahmen der Bundesregierung zum Schutz des Klimas








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