13.06.2005
UV-Warndienst für Landkreise und Hitzewarndienst
Anhaltend sommerliche Hitze stellt durch die starke Wärmebelastung eine
erhebliche Gefahr für die menschliche Gesundheit dar. Dies hat
besonders der Sommer des Jahres 2003 deutlich gemacht: Die Zahl der
hitzebedingten Todesfälle dieses "Jahrhundertsommers" in Deutschland
schätzt man auf etwa 7.000 und für ganz Westeuropa auf etwa 35.000.
Gefährdet sind vor allem ältere, pflegebedürftige oder kranke Menschen,
aber auch Kleinkinder.
Neuer Hitzewarndienst des DWD soll Leben retten
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat deshalb ein bis auf
Landkreisebene hinabreichendes Hitzewarnsystem entwickelt.
Entsprechende Hinweise für die Öffentlichkeit verbreitet der DWD bei
sommerlichen Hitzeperioden ab sofort kostenlos auf seinen Warnseiten im
Internet unter www.wettergefahren.de sowie www.dwd.de.
DWD-Warnsystem basiert auf Gefühlter Temperatur
Das im Deutschen Wetterdienst entwickelte komplexe Verfahren
basiert auf Berechnungen der Gefühlten Temperatur. Es berücksichtigt
dabei die wesentlichen Mechanismen des Wärmeaustauschs des Menschen mit
der Atmosphäre. Gewarnt wird bei Überschreitung bestimmter
Schwellenwerte der Gefühlten Temperatur, in Abhängigkeit von Jahreszeit
und Region.
Gewarnt wird täglich gegen 10.00 Uhr für den aktuellen Tag und
für den Folgetag. Differenziert wird nach Landkreisen sowie für Höhen
unter und über 400 m N.N. Die Informationen des DWD richten sich
einerseits an die Öffentlichkeit, andererseits aber auch direkt an die
Institutionen in den Gesundheitsressorts der Länder bzw. an die
Lagezentren der Innenministerien zur weiteren Verbreitung. Insbesondere
Pflegeheime und Krankenhäuser können so künftig frühzeitig Maßnahmen
einleiten.
Experten rechnen langfristig mit Zunahme von Hitzewellen
Klima-Experten in aller Welt rechnen inzwischen mit einer
möglichen Zunahme sommerlicher Hitzewellen. Wolfgang Kusch,
Vizepräsident des DWD, erläutert: "Wir müssen davon ausgehen, dass in
den kommenden Jahrzehnten extreme Sommer wie der des Jahres 2003
zunehmend häufiger auftreten könnten. Mit den neuen Hitzewarnungen im
Internet hat der DWD seine kostenlosen Warninformationen vor
wetterbedingten Gefahren für die Öffentlichkeit erneut erweitert und
ausgebaut."
Neuer UV-Warndienst im Internet für einzelne Landkreise
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat zum Schutz der Bevölkerung
vor ultravioletter Strahlung (UV) einen neuen Warndienst eingeführt.
Seit dem 27. April 2005 können im Internet unter www.wettergefahren.de
die aktuellen UV-Warnungen des nationalen Wetterdienstes abgerufen
werden. Alle Warnungen sind für einzelne Landkreise verfügbar.
Sie haben eine Laufzeit von bis zu 36 Stunden und werden täglich
aktualisiert. "Die UV-Warnungen des Deutschen Wetterdienstes haben das
Ziel, trotz der mit übermäßiger UV-Strahlung verbundenen Risiken
gesundheitlich wünschenswerte Aktivitäten im Freien zu fördern, indem
wir die Bevölkerung auf gegebenenfalls notwendige Schutzmaßnahmen
aufmerksam machen. Alle Bürgerinnen und Bürger können diesen Service
rund um die Uhr kostenlos nutzen", erläutert Udo Gärtner, Präsident des
DWD, das neue Angebot der Bundesbehörde. Der Hinweis auf UV-Warnungen
wird auf der Internet-Seite des DWD nur angezeigt, wenn die
UV-Intensität festgelegte Warnschwellen überschreitet.
Wetterdienst warnt Bevölkerung vor UV-Strahlung
Die Warnungen zeigen grafisch die von erhöhter UV-Strahlung
betroffenen Landkreise an. Ein Warntext nennt die zu erwartenden
UV-Werte und empfiehlt, welche Kleidung und Sonnenschutzmittel sinnvoll
sind und wann ein längerer Aufenthalt im Freien vermieden werden
sollte. Die Warnsaison reicht von Anfang April bis Ende August.
Hintergrund dieses Angebots des DWD ist die weltweit von
Strahlenschutzbehörden beobachtete starke Zunahme der Neuerkrankungen
an Hautkrebs. Betroffen ist vor allem die hellhäutige Bevölkerung.
Diese gefährliche Entwicklung hängt nach unserer Einschätzung eng mit
dem Wunsch vieler Menschen zusammen, durch gebräunte Haut attraktiv und
gesund zu erscheinen. Leider werden die gesundheitlichen Folgen des
übertriebenen Sonnenbadens nicht ausreichend bedacht.
Warnkriterien
Im Frühling und Frühsommer - vom 1. April bis 30. Juni – warnt
der DWD immer dann vor Sonnenbrandgefahren, wenn die UV-Intensität in
Deutschland 20 Prozent über dem durchschnittlichen Wert liegt. Gewarnt
wird nur, wenn gleichzeitig ein gering bewölkter Himmel zu erwarten ist
und der UV-Index mindestens den Wert 5 erreicht. Im Hochsommer, in der
Zeit vom 1. Juli bis 31. August, liegen die Warnkriterien bei einem zu
erwartenden UV-Index von 8.0 oder höher in Nord- und Ostdeutschland und
8.5 oder mehr in den übrigen Landesteilen.
8, sehr hoch, in weniger als 20 Minuten, unbedingt erforderlich
7 - 5, hoch, ab 20 Minuten, erforderlich
4 - 2, mittel, ab 30 Minuten, empfehlenswert
1, niedrig, unwahrscheinlich, nicht erforderlich