Heiße Zeiten blühen künftig den Menschen in den Städten. Schuld daran ist der Klimawandel, dessen Auswirkungen auf urbane Zentren nun eine Forschergruppe in Freiburg untersucht. Das Projekt «Klimes» wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. «Die meisten Städte sind nicht optimal auf den Klimawandel vorbereitet», sagt «Klimes»-Koordinator Helmut Mayer (59), Professor und Direktor des Meteorologischen Instituts der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg. Die zunehmend dichtere Bebauung von Städten und Verkehrsflächen reduziere den Austausch von Luftmassen.
Das Ergebnis sei ein ganzjähriger Wärmeüberschuss, der sich zunehmend verschärfe. «Insbesondere in den Sommermonaten wird dadurch die Lebensqualität massiv beeinträchtigt», sagt Meteorologe Mayer. Die insgesamt 15 Wissenschaftler von den Universitäten Freiburg, Kassel und Bochum untersuchen bis zum Sommer 2009 vor allem die Kassel und die Breisgau-Stadt. Freiburg sei als Kommune mit der höchsten Durchschnittstemperatur Deutschlands ausgesucht worden, Kassel wegen seiner Beckenlage.
Für Freiburg sei in den nächsten 100 Jahren eine Zunahme der Durchschnittstemperatur von etwa zwei Grad anzunehmen, sagte Mayer. «Dies ist enorm.» Die Hitzewellen in den Jahren 2003 und 2006 seien Vorläufer dieses Klimawandels.
Auch Bundesministerin Annette Schavan (CDU) hat die Bedeutung der Forschung hervorgehoben, um die Folgen von unvermeidbaren Klimaänderungen zumildern. Bereits heute fördere das Bundesministerium für Bildung und Forschung direkt oder über seine Forschungseinrichtungen mit mehr als 500 Millionen Euro pro Jahr Wissenschaftler, die im Klima- und im Umweltbereich forschten. «Sofortiges Handeln ist angesichts des Klimawandels nötig», sagte Schavan. «In den nächsten Monaten werden wir experimentelle Untersuchungen ebenso machen wie Umfragen in der Bevölkerung», sagte Mayer. Schon jetzt sei aber klar, dass beispielsweise Dach- und Fassadenbegrünungen empfehlenswert seien. Auch gelte es, natürliche Ventilationsbewegungen etwa durch Winde möglichst nicht einzuschränken.
Die Ergebnisse von «Klimes» sollen vom Jahr 2009 an in praxistaugliche Entwurfbausteine für einen klimawandelgerechten Städtebau einfließen. Illusionen macht sich Mayer jedoch keine: «Uns ist klar, dass man die Städte nicht abreißen und komplett neu bauen kann.» Wichtig sei jedoch, wissenschaftliche Daten zu liefern.
Quelle: dpa/lsw
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Meteorologisches Institut
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D-79085 Freiburg
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