Gegen diesen Wandel verblassen momentan noch selbst die düstersten Vorhersagen aus den Rechnern der Klimamodellierer: Innerhalb weniger tausend Jahren stiegen weltweit die Durchschnittstemperaturen zwischen 4 und 8, mancherorts sogar bis zu 15 Grad Celsius - und das ausgehend von einem bereits sehr hohen Niveau. Am Ende der Aufheizung vor 55 Millionen Jahren war es im globalen Mittel kuschelige 30 Grad warm. Heute liegen die Werte gerade einmal halb so hoch.
Auch die Ozeane erwärmten sich während dieses so genannten Paläozän/Eozän-Thermischen-Maximums (PETM) entsprechend: Selbst rund um Antarktis und Arktis hatte es Badetemperaturen um 20 Grad Celsius, was die marinen Lebensgemeinschaften gehörig umwälzte; im Nordpolarmeer tummelten sich sogar tropische Algen. Die Bedingungen für die Mikropflanzen waren dabei mitunter so günstig, dass immer wieder sauerstoffzehrende Algenblüten auftraten. Auf dem arktischen Festland herrschte ebenfalls blühendes Leben mit dichter Vegetation, wie Geologen um Mark Pagani von der Yale-Universität nun anhand von fossilen Ablagerungen feststellten.