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10.04.2007
Umweltakademie: Kompetenzen für klimafreundlichen Lebensstil früh erwerben



Karlsruhe. Klimaschutz kann nur erfolgreich umgesetzt werden, wenn alle mitmachen. Den Schulen kommt für den notwendigen Bewusstseinswandel eine bedeutende Rolle zu. Dies betonte jetzt die Umweltakademie Baden-Württemberg, die zusammen mit dem Landesmedienzentrum Baden-Württemberg rund 100 Lehrerinnen und Lehrern aus dem ganzen Land zum Fachseminar über den „Klimawandel in Baden-Württemberg – Impulse für den Unterricht“ begrüßen konnte.



Am Beispiel des Klimawandels und den Folgen könne im Schulunterricht sehr gut dargestellt werden, wie durch Nachhaltigkeit im privaten wie im wirtschaftlichen Bereich jeder für die Zukunftsvorsorge und seine eigene Umwelt- und Lebensqualität beitragen könne. Bei der von der Akademie für Natur- und Umweltschutz Baden-Württemberg (Umweltakademie), dem Umweltministerium und dem Landesmedienzentrum gemeinsam ausgerichteten Tagung standen vor allem die eingetretenen und zu erwartenden Auswirkungen des Klimawandels und die notwendigen Maßnahmen in Baden-Württemberg im Vordergrund. 


Die Anzeichen für den Klimawandel sind nach Darlegung der Umweltakademie auch im Südwesten unübersehbar: früher einsetzende Blüteperioden von Obstbäumen, sich häufende Extremwetterereignisse mit Trockenperioden und Hochwässern, schmelzende Alpengletscher – welche auch über den Rhein abfließen – oder etwa neu zuwandernde Erreger. Auch früher bei uns nicht vorkommende invasive Pflanzenarten werden durch die Auswirkungen des Klimawandels begünstigt. So kann der Blütenstaub der Beifuß-Ambrosie selbst in kleinsten Mengen schwere Allergien und Asthma auslösen. All diese aktuellen und zu erwartenden Folgen der Klimaveränderungen im Südwesten stellte Werner Franke von der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW) bei der Tagung vor. Er wies darauf hin, dass das Land Baden-Württemberg frühzeitig begonnen habe, in einem Kooperationsvorhaben zusammen mit Bayern sowie dem Deutschen Wetterdienst und der Bundesanstalt für Gewässerkunde die „Klimaveränderungen und Konsequenzen für die Wasserwirtschaft“ (KLIWA) zu erforschen. Hierbei seien die Auswirkungen der verstärkten Extremwetterereignisse auf das Hochwasserregime insbesondere der Fließgewässer im Südwesten untersucht worden. In der Wasserwirtschaft Baden-Württembergs sei aufgrund der Erkenntnisse des Projekts daraufhin bei der Bemessung von technischen Hochwasserrückhalte-maßnahmen ein erhöhter klimabedingter Zuschlag von 15 bis 20 Prozent zum hundertjährigen Hochwasserfall („Klimaänderungsfaktor“) eingeführt worden. 


„Von diesen Entwicklungen sowie der Vorsorge wird die junge Generation zukünftig immer stärker betroffen sein. Deshalb ist die frühzeitige Wahrnehmung und Bewusstseinsänderung in Sachen Klimawandel heutzutage von existenzieller Bedeutung, ja es ist eine Jahrhundertaufgabe“, so Seminarleiter Fritz-Gerhard Link von der Umweltakademie. Für Dr. Jochen Hettinger, Abteilungsleiter des Querschnittsbereiches am Landesmedienzentrum, stellen die modernen Medien gegenüber diesen Herausforderungen ein hilfreiches Instrument dar, um im Schulunterricht ein größeres Verständnis für die globalen Zusammenhänge zwischen Treibhausgasen, dem ökologischen System sowie dem Klima zu gewinnen. Die Abläufe in der Atmosphäre lassen sich heute mit Hilfe etwa des Internets besser begreifen, was Dr. Elmar Uherek vom Max-Planck-Institut für Chemie (Mainz) anhand der filmischen Simulationen etwa bei der Erhöhung des Meereswasserspiegels anschaulich belegte. Dies stellt eine Folge des klimabedingten Abschmelzens des Polareises dar, wie Prof. Dr. Alexander Siegmund von der Pädagogischen Hochschule Heidelberg deutlich machte. Die Hochschule begleitet ein internationales Polarforschungsprojekt, welches der Wissenschaftler den Lehrern aus Realschulen und Gymnasien als Beitrag zum weltweiten Polarjahr vorstellte. Das Polarjahr läuft seit Anfang März 2007 bis Ende April 2007.


Wie eng nun die Klimaproblematik mit dem Alltag zusammenhängt, machte die Umweltakademie am Beispiel der Computerherstellung deutlich. Nach einem Forschungsbericht der UNO würde bei der Herstellung eines durchschnittlichen Computers fünfmal so viel an fossiler Energie verbraucht und Kohlendioxid ausgestoßen wie bei der Produktion eines Autos. Deshalb ist nach Feststellungen der Veranstalter angesichts der Herausforderungen im Klimaschutz mehr denn je ein Umdenken notwendig. Die Treibhausproblematik sei hierbei ein ideales Unterrichtsthema, um deutlich zu machen, dass Umweltvorsorge als eine globale Aufgabe bei jedem Einzelnen nach den Prinzipien der Nachhaltigkeit beginnen müsse. „Immerhin stammen 20 Prozent des Treibhausgases Kohlendioxid aus Haushalten, genauso viel wie von der Industrie. Wer importierte Äpfel aus Südafrika kauft, nimmt damit zehn Mal mehr Kohlendioxid in Kauf als bei Äpfeln aus regionalem Anbau“, so die Umweltakademie. Wer früh als Schüler die Risiken des Klimawandels erkenne und sich in der Schule die nötigen Handlungskompetenzen in Sachen Umweltvorsorge und nachhaltige Entwicklung angeeignet habe, könne später auch Verantwortung für zukunftsorientiertes Wirtschaften übernehmen. Nachhaltigkeitsbildung sei deshalb ein wichtiger Beitrag zur Standortsicherung, wie die Umweltakademie betonte.




Weitere Hintergrundinformationen bei:

Umweltakademie: 

Fritz-Gerhard Link, 

Dilllmannstr. 3, 70193 Stuttgart

Tel. 0711/126-2816

Fax 0711/126-2893


Fritz-Gerhard.Link@um.bwl.de


Landesmedienzentrum, Stadtmedienzentrum Karlsruhe: 

Werner Schweizer und Susanne Onnen

Moltkestr. 64, 76133 Karlsruhe 

Tel. 0721/8808-22

Fax. 0721/8808-68


schweizer@lmz-bw.de; onnen@lmz-bw.de







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