1. Weit über die Grenzen bekannt ist der Schramberger Hanselsprung.
Die ganze Hauptstrasse ist überfüllt mit Hanseln. In der Hand hat der
Hansel eine Brezelstange auf der die zum Auswerfen vorbereiteten
Brezeln gesteckt werden. Am Handgriff der Brezelstange ist ein
geschnitzter Salatkopf, der an den Spottnamen der Schramberger erinnern
soll. Schon im 19. Jahrhundert nannte man die Schramberger
"Salatfiedla". Ein Name, den die Schramberger mit Humor tragen und der
unter den Bürgern heute noch zu hören ist. Der Hansel ist eine
angesehene Figur, da er über die Fastnachtsstage ca. 25.000 Brezeln
verteilt.
Kinder und Erwachsene umringen je einen Hansel und müssen den
Schramberger Narrenmarsch singen. (komponiert 1952 von Walter Pfeifle)
Text:
"Hoorig, hoorig, horrig isch die Katz.
Und wenn die Katz net hoorig isch,
dann fängt se koine Meidle nit
Hoorig, hoorig, horrig isch die Katz."
Wer am lautesten oder am besten singt, bekommt eine Brezel. Bonbons und Gutsele werden natürlich auch verteilt.
2. Ebenso bekannt: Die Schramberger Da-Bach-na-Fahrt
Zwar gibt es in Schramberg auch einen "gewöhnlichen" Umzug mit Wagen
und Fanfaren. Die Bach-na-Fahrt ist jedoch etwas einzigartiges und nur
in Schramberg zu finden.
Auf der Schiltach fahren verwegene Fastnachtsverrückte in Holzkübeln
flussabwärts durch die Stadt. Die Holzkübel sind mit politischen und
regionalen Themen geschmückt, eben wie ein rheinländischer Umzug. Am
Ufer jubeln die Zuschauer den Fahrern zu, die nicht selten, vor allem
wenn der Fluss Schmelzwasser führt, das Gleichgewicht verlieren und mit
allen Kleidern ins eiskalte Wasser fallen.
Der Fluss ist nicht tief und Freunde stehen überall mit Decken und
Schnaps bereit, um die unersfdhrockenen Helden wieder aufzuwärmen.
Dieser Narrentyp
gehört zu den eigenbrödlerischen Sonderformen des Schwarzwaldes. Auch
in Schramberg waren im vorigen Jahrhundert die Flößer beheimatet und so
wurde dieser Narrentyp nach dem Vorbild der Flößer geschaffen.
Zahnarzt Dr. Erwin Grüner zeigte sich bereits im Jahre 1939 bei der
Bach-na-Fahrt im Bachbett der Schiltach mit seiner von ihm entworfenen
Narrenfigur den damaligen Besuchern der Bach-na-Fahrt. In der aus
Lindenholz geschnitzte Holzlarve erkennt man das Konterfei des
Schöpfers. Als Kopfbedeckung eine schwarze Zipfelmütze, tief in die
Stirn gezogen, so daß man im Nacken die strähnigen Haare sieht.
Um den Hals ist ein einfaches schwarzes Tuch gebunden. Der "Da-Bach-na-
Fahrer" trägt ein blaugestreiftes Flößerhemd, auf dem Rücken eine
aufgenähte "Hoorig Katz", eine schwarze Hose und bis zu den Knien
reichende Rohrstiefel.
Um den Leib trägt er einen kleinen Holzzuber mit der Aufschrift: "Da
Bach na, da Bach na mit Kummer un mit Sorga, bis am Asch-, bis am
Asch-, Aschermittwoch-morga."
Erst im Jahre 1955 wurde dieser Narrentyp in die Hanselgilde der Narrenzunft aufgenommen.