14.02.2008
Was alles drin ist in Spültabs - Ein Cocktail, der sich gewaschen hat
Moderne Reinigungsmittel für Geschirrspülmaschinen müssen fast Unmögliches leisten: umweltverträglich und mit geringem Wasser- und Energieverbrauch selbst hartnäckigen Schmutz und Verkrustungen restlos beseitigen und Kalkflecken oder Schlieren auf Geschirr, Gläsern und Besteck vermeiden. Und dies, ohne die Oberflächen zu beschädigen, bei jeder Wasserhärte und von jedem Verbaucher bequem und sicher zu handhaben. Mit geringen Unterschieden sind die meisten Spülmittel dazu auch in der Lage, wie die Analysefachleute von SGS Institut Fresenius bei diversen Tests festgestellt haben. Doch aus welchen Zutaten bestehen die Geschirr-Reiniger eigentlich, und welche Inhaltsstoffe sind für die guten Reinigungsergebnisse verantwortlich?
Ob herkömmliche Baukastensysteme aus Pulverreiniger, Klarspüler und Regeneriersalz oder moderne Tabs: "Die Reinigungswirkung der meisten Produkte ist im Zusammenspiel mit zeitgemäßer Spültechnik sehr hoch, doch die Bemühungen der Hersteller um gleichzeitig bestmögliche Schonung der Geschirroberflächen stoßen zwangsläufig nach wie vor an Grenzen", meinen die Taunussteiner Experten. Auf Dauer seien Schäden oder Verfärbungen an den Oberflächen von Geschirr, Gläsern und Bestecken nicht zu vermeiden. Daher gelte noch immer: Wertvolles Porzellan, Silberbestecke und empfindliche Gläser lieber von Hand spülen. Die Dosierung der Spülmittel für Maschinen ist einfach, bei Tabs sogar narrensicher. Die Wirkung der einzelnen Mittel hängt also praktisch einzig von der Kombination der vielen Inhaltsstoffe ab. Das Institut Fresenius hat die wichtigsten Bestandteile üblicher Geschirrspülmittel zusammengestellt:
Bleichmittel entfernen farbige Verschmutzungen wie Obst- oder Gemüseflecken. Sie wirken oxidativ durch Sauerstoff. Meist werden Natriumpercarbonat oder Natriumperborat eingesetzt.
Bleichaktivatoren erhöhen die Wirksamkeit der Bleichmittel bei niedrigen Temperaturen. Als Aktivator wird hauptsächlich TAED (siehe TAED-Verbindungen) verwendet.
Duftsoffe überdecken den Eigengeruch von Geschirrspülmitteln.
Enzyme sind ideale Schmutzlöser. Besonders wichtig sind sie für das Ablösen angetrockneter Verschmutzungen. Bei Enzymen handelt es sich um Eiweißkörper, die nur mit bestimnmten Verbindungen reagieren und diese in kleine, lösliche Teile zerlegen. In Maschinengeschirrspülmittel sind Enzyme unverzichtbar, weil sie mit einem Minimum an Tensiden bei geringen Temperaturen effektive Ergebnisse ermöglichen.
Farbstoffe geben Spülmitteln ein ansprechendes, immer gleichbleibendes Aussehen und überdecken die Eigenfarbe der Rohstoffe.
Parfümöle / Duftstoffe sollen in Spülmitteln die reinigende Wirkung verdeutlichen und gleichzeitig eventuell auftretende unangenehme Schmutzgerüche überdecken.
Phosphate tragen zur Gesamtreinigungsleistung bei, indem sie Schmutzreste im Spülwasser verteilen und die Entfernung hartnäckiger Teereste unterstützen. Verkrustungen an Spülmaschinenteilen und Spülgut werden verhindert.
Phosphonate verzögern oder verhindern die Bildung unlöslicher Salzkristalle und unterstützen die Bleichwirkung.
Polycarboxylate verhindern Belagbildung auf Spülmaschinenteilen durch Calcium- und Magnesiumsalze und fördern die Spülwirkung der Tenside.
Silikate, in Spülmitteln hauptsächlich Natriumsilikate, verstärken die Reinigungskraft. Darüber hinaus verhindern sie Korrosion von Porzellandekors und dekoriertem Glas.
Soda / Carbonate sorgen dafür, dass die Verschmutzungen quellen und dadurch besser entfernt werden können.
TEAD-Verbindungen sorgen im Zusammenwirken mit Perborat oder Percarbonat für verbesserte Bleichwirkung bei niedrigen Temperaturen und unterstützen die beseitigung unangenehmer Gerüche.
Tenside oder waschaktive Substanzen übernehmen als Hauptbestandteil def Spülmittel die "Schwerstarbeit". Sie setzen die Oberflächenspannung des Wassers herab und sorgen so für eine bessere Benetzung des Geschirrs. Gleichzeitig lösen sie den Schmutz, halten ihn in der Schwebe und verhindern, dass er sich wieder auf dem Spülgut ablagert.
Waschalkalien erhöhen den pH-Wert der Spüllauge und machen sie alkalisch. Dadurch quillt Schmutz auf und lässt sich leichter entfernen. In Maschinengeschirrspülmitteln schützen sie auch das Spülgut vor allem Gläser, vor Korrosion.
Wasserenthärter schaffen weiches Wasser und verhindern Kalkablagerungen in der Spülmaschine und auf dem Spülgut.
--- Quellennachweis: SGS Institut Fresenius AG
Im Meisel 14
65232 Taunusstein